Hubschrauberohr
Englisch: helicopter ear
Eine Form der Helmholtz-Resonanz in einem fahrenden Fahrzeug, wenn eines der Fenster heruntergefahren ist.
Hubschraubereffekt: Windstöße durch ein angelehntes Fenster
Der Hubschraubereffekt ist das schnelle Klopfen oder Trommeln, das im Fahrzeuginneren entsteht, wenn während der Fahrt ein Fenster heruntergefahren wird. Das Geräusch entsteht durch die Helmholtz-Resonanz, das gleiche akustische Phänomen, das eine Bierflasche zum Summen bringt, wenn man über ihre Öffnung bläst. Wenn Luft am heruntergefahrenen Fenster vorbeiströmt, entstehen Druckschwankungen, die zwischen dem Fensterrahmen und dem Fahrzeuginnenraum hin und her springen und eine stehende Welle aufbauen, die einen niedrigen Ton von etwa 10 bis 30 Hz erzeugt.
Der Effekt hängt von mehreren Faktoren ab. Die Fensterhöhe ist entscheidend: Wird das Fenster nur ein paar Zentimeter heruntergefahren, tritt der Effekt meist auf, beim vollständigen Öffnen strömt die Luft dagegen glatt vorbei, ohne zu resonieren. Die Fahrtgeschwindigkeit ist genauso wichtig; der Effekt wird typischerweise ab 50 km/h spürbar und verschärft sich mit höherer Geschwindigkeit. Die Resonanzfrequenz verschiebt sich auch mit der Größe und Form des Fahrzeuginnenraums und der Position des heruntergefahrenen Fensters. Ein hinteres Fenster erzeugt in demselben Auto einen anderen Ton als ein vorderes.
Der Name stammt vom Geräusch selbst, das wie das charakteristische Klopf-Klopf-Klopf eines Hubschrauberrotors oder schnell vorbeischlagender Rotorblätter klingt. Jeder, der das schon erlebt hat, erkennt es sofort wieder und unterscheidet es deutlich von normalem Windgeräusch oder Pfeifen.
Fahrer und Fahrgäste beheben den Hubschraubereffekt durch einfache Maßnahmen: das Fenster ganz herunterfahren statt nur anzulehnen, ein zweites Fenster öffnen, um den Druckunterschied auszugleichen, den Fensterrahmen schräg stellen statt ihn ganz herunterzufahren, oder langsamer fahren. Manche Fahrzeuge sind je nach Konstruktion von Fensterrahmen und Dichtungen anfälliger dafür als andere. Moderne Fahrzeuge mit besserer Abdichtung und geformten Fensterrahmen erleben das weniger häufig, aber es bleibt eine häufige Beschwerde bei älteren Konstruktionen oder bei manuell zu öffnenden Fenstern.
Das Phänomen ist harmlos, aber lästig und kann auf der Autobahn Lautstärkepegel von 80 bis 90 Dezibel erreichen. Es ist rein akustischer Natur und verursacht keinen mechanischen Schaden am Fahrzeug.