Helm
Englisch: helmet
Eine harte, schützende Kopfbedeckung, typischerweise Teil einer Rüstung.
Helm: geformte Kappe, die das Gestell der Webschiffchen-Aufhängung bildet
In der Textilweberei ist ein Helm das starre Gestell, das die Fadenheber hält und führt, also die Schleifen aus Draht oder Schnüren, durch die die Kettfäden laufen. Er sitzt über dem Webstuhlbett und bewegt sich auf und ab, um während des Webvorgangs die Kettschichten zu trennen. Anders als in der Rüstungsherstellung ist der Textilhelm rein funktional: eine Gusseisen- oder Stahlkonstruktion, die eine exakte Ausrichtung zwischen mehreren Fadenheber-Sätzen aufrechterhalten und wiederholte mechanische Belastungen aushalten muss.
Helme unterscheiden sich je nach Webstuhltyp und Fadenzahl. Ein Jacquard-Webstuhl nutzt mehrere Helme, einen für jeden Musterbereich, manchmal acht bis sechzehn je nach Konstruktionskomplexität. Einfache Webstühle und Köper-Maschinen haben normalerweise zwei oder vier Helme in Reihe angeordnet. Der Abstand zwischen dem Helmgestell und der Kettebene ist kritisch; die Toleranzen liegen üblicherweise bei ein Zehntel Millimeter, um Fadenheber-Verwicklung oder Fadenquetschen zu verhindern.
Der Name kommt daher, dass das Objekt einer Schutzkappe ähnelt: ein gewölbtes oder bogiges Oberteil, das sich über die darunter liegenden Mechanismen wölbt und sie schützt. Frühe Webstühle übernahmen buchstäblich Helmformen aus der Rüstungsmachertradition, obwohl der Begriff heute rein strukturell ist.
Verschleiß tritt dort auf, wo die Fadenheber-Ösen unter Spannung gegen den Rahmendraht reiben und Kratzer verursachen, die dünne Fäden fassen oder reißen können. Hersteller geben Fadenheber-Materialien, Rahmenfinish und Abstands-Toleranzen vor, um dies zu minimieren. Verschlissene Helme müssen ersetzt werden, nicht repariert, denn schon minimale Verformungen zerstören die Registergenauigkeit über eine breite Kette.
Die Helm-Wartung konzentriert sich auf Sauberkeit und Schmierung an den Drehpunkten, aber niemals auf dem Gestell selbst, wo Öl Fasern anzieht. Das Gerät sitzt an der Schnittstelle zwischen dem mechanischen Antriebsstrang und dem empfindlichen Garn, so dass seine Steifheit und Genauigkeit unmittelbar die Gewebequalität und Produktionsgeschwindigkeit bestimmen.