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Bahntechnik

Schiebelok

Englisch: helper

Lokomotive, die einen Zug üblicherweise auf steilen Steigungen unterstützt.

Schiebelok: zusätzliche Lokomotivkraft für steile Streckenabschnitte

Eine Schiebelok ist eine zusätzliche Lokomotive, die an einen Güter- oder Personenzug gekoppelt wird, um zusätzliche Zugkraft bereitzustellen. Sie kommt typischerweise auf steilen Gefällen zum Einsatz, wo eine einzelne Lokomotive die sichere Geschwindigkeit nicht halten kann oder die Last überhaupt nicht bewegen kann. Die Schiebelok wird je nach Streckenprofil und betrieblicher Praxis entweder vor der Zuglok (vor der Spitze des Zuges) oder am Zugende positioniert. Auf den steilsten Streckenabschnitten können sowohl vorne als auch hinten Schiebeloks eingesetzt werden.

Die Wirtschaftlichkeit des Schiebelokeinsatzes hängt vom Streckengefälle und vom Verkehrsaufkommen ab. Auf Strecken mit durchgehenden Gefällen über 1,5 Prozent können Schiebeloks permanent an der Basis des Gefälles stationiert oder durch Leerfahrten umpositioniert werden. Disponenten planen die Zuggarnituren, wissend welche Abschnitte Schiebeloks erfordern; ein 100-Wagen-Güterzug könnte auf ebener Strecke ohne Schiebelok fahren, benötigt aber auf einem 2-Prozent-Gefälle eine Schiebelok mit einer Zugkraft von etwa 80 bis 100 Tonnen. Die Kosten für Brennstoff, Personal und Instandhaltung der Schiebelok müssen gegen die Kosten für die Aufteilung des Zuges in zwei leichtere Garnituren abgewogen werden.

Positionierung vorne oder hinten

Schiebeloks an der Zugspitze werden auf durchgehend steilen Gefällen bevorzugt, da die vorderen Loks die Bremsverteilung und Geschwindigkeitsregelung steuern können. Hintere Schiebeloks werden hinter dem Bremserwagen oder am äußersten Ende der Garnitur positioniert. Auf welligem Gelände werden Schiebeloks hinten manchmal bevorzugt, da sie abgehängt werden können, sobald das Gefälle nachlässt, was totes Gewicht spart. In Güterbahnhöfen kann eine Schiebelok schieben statt ziehen, besonders auf Gefällestrecken, die von einem Bahnhof wegführen.

Der moderne Schiebelokeinsatz nutzt häufig die elektrodynamische Bremse. Eine Schiebelok mit elektrodynamischer Bremse kann beim Abstieg eines Gefälles Energie abbauen, wodurch die Abnutzung der Druckluftbremse sinkt und der Zug die Geschwindigkeit kontrolliert halten kann, ohne dass die Reibflächen überhitzen. Dies ist besonders auf langen Abstiegen nach einer Bergstreckenüberquerung wichtig.

Der Begriff 'Schiebelok' spiegelt die sekundäre, aber wesentliche Rolle der Lokomotive wider: Sie unterstützt die Zuglok, statt den Zug zu führen. Regionalbahnen, Bergstrecken (wie die Strecken in den Appalachian- und Rocky-Mountain-Regionen) und Werkeisenbahnen mit steilen innerbetrieblichen Gefällen sind alle auf den Schiebelokeinsatz als permanenten Bestandteil ihrer Fahrplanung und Infrastrukturplanung angewiesen.

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