WYIF
Englisch: wyif
Abkürzung für with yarn in front; Garnposition beim Stricken.
wyif: Webanleitung zum Fadenlegen vor der Nadel
WYIF steht für with yarn in front und beschreibt eine Hand- oder Maschinenstricker-Anleitung, bei der der Arbeitsfaden auf der nahen Seite der Nadeln, zum Stricker hin, positioniert wird, bevor eine Masche gearbeitet wird. Die entgegengesetzte Position, Faden vom Stricker weg, wird WYIB (with yarn in back) abgekürzt. Diese Positionen steuern, wie sich der Faden um die Nadeln legt, und bestimmen die Struktur und Textur des fertigen Gestrickes.
Beim Handstricken erscheint WYIF am häufigsten in Anweisungen zum Fadenlegen. Ein Stricker legt Maschen ab (übergibt sie von einer Nadel zur anderen, ohne sie zu arbeiten), während er den Faden vorne hält, was einen sauberen Rand oder einen bewusst erzeugten Textureffekt schafft. Die Position ist entscheidend: Liegt der Faden vorne beim Ablegen, sitzt er in der nächsten Reihe anders als wenn er hinten gewesen wäre. Mehrfarbiges Fadenlegen, bei dem ein Stricker mehrere Fäden führt und Maschen ablegt, um Muster zu schaffen, ohne mit allen Farben in jeder Reihe zu stricken, hängt vollständig von präzisem WYIF und WYIB ab.
Maschinenstricker-Systeme, besonders Rundstrickmaschinen und Flachbett-Maschinen, beziehen sich auf diese Positionen auch beim Programmieren von Maschenserien. Manche Maschen erfordern Fadenzuführ von vorne, andere von hinten. Industrielle Stricksoftware muss diese Positionswechsel berücksichtigen, um fallenlassene Maschen, verworrenen Faden oder verzerrtes Gestricke zu vermeiden. Eine falsch positionierte Schlitten oder falsch eingestellte Fadenbahn können die Wirkung von hundert Maschen umkehren.
Die Abkürzung erscheint überall in englischsprachigen Strickmustern und technischer Dokumentation. Sie ist so prägnant und üblich, dass Muster aus den 1950er Jahren WYIF genau wie moderne digitale Muster verwenden. Wer Strikanweisungen liest, stößt darauf; wer es ignoriert, erzeugt in der Regel sichtbar anderes Gestricke. Der Begriff spiegelt die buchstäbliche Perspektive des Strickers oder des Maschinenführers wider: Der Faden liegt entweder zu dir hin (vorne) oder von dir weg (hinten).