Heteroübergang
Englisch: heterojunction
Grenzschicht zwischen zwei verschiedenen Halbleitern; funktioniert als Diode
Heterojunction: zwei verschiedene Halbleiter verbunden für bessere Leistung
Eine Heterojunction ist eine Grenzfläche, an der zwei verschiedene Halbleitermaterialien aufeinandertreffen und eine elektrische Sperrschicht bilden. Im Gegensatz zu einer Homojunction, die zwei Bereiche des gleichen Materials verbindet (etwa p-dotiertes und n-dotiertes Silizium), nutzt eine Heterojunction unterschiedliche Materialien, typischerweise Verbindungen wie Galliumarsenid (GaAs) mit Aluminium-Galliumarsenid (AlGaAs) oder Silizium-Germanium (SiGe) mit Silizium. Diese bewusste Abweichung erzeugt Eigenschaften, die ein einzelnes Material allein nicht erreichen kann.
Der entscheidende Vorteil liegt in der Bandlücken-Abstimmung. Jeder Halbleiter hat eine charakteristische Bandlücke, die Energie, die erforderlich ist, damit ein Elektron vom Valenzband ins Leitungsband springt. Durch das Stapeln von Materialien mit unterschiedlichen Bandlücken steuern Konstrukteure die Bewegung von Ladungsträgern durch das Bauelement. Ein Material mit großer Bandlücke wirkt als Barriere, die Ladungsträger in einer engeren Region einschließt und damit die Effizienz verbessert und höhere Schaltgeschwindigkeiten ermöglicht. Hochelektronenmobilitäts-Transistoren (HEMTs) nutzen dieses Prinzip und verwenden ein Material mit großer Bandlücke als Gate und ein Material mit kleiner Bandlücke als Kanal, um Frequenzen über 100 GHz zu erreichen.
Heterojunctions kommen in Solarzellen, LEDs und Hochfrequenzverstärkern vor. In photovoltaischen Anwendungen sitzt ein Material mit großer Bandlücke über einer Absorberschicht mit kleinerer Bandlücke; Sonnenlicht durchdringt das Fenster aus Material mit großer Bandlücke, erreicht die Schicht mit kleinerer Bandlücke, wo es Strom erzeugt, und der Bandlückenunterschied erzeugt ein eingebautes elektrisches Feld, das Ladungen effizient trennt. Gitterfehlanpassung, der geringe Unterschied in der Atomabstände zwischen den beiden Materialien, führt zu Verspannung und kann Defekte erzeugen; sorgfältig gewählte Pufferschichten und Herstellungsverfahren minimieren diese Beschädigungen.
Warum Heterojunctions in der Praxis wichtig sind
Eine aus Silizium hergestellte Homojunction hat einen festen Satz elektrischer Eigenschaften. Eine Heterojunction ermöglicht es Konstrukteuren, die Leistung durch die Wahl von Materialpaaren abzustimmen. GaAs-AlGaAs Heterojunctions liefern niedrigeres Rauschen und höhere Verstärkung als Silizium-Transistoren bei Mikrowellenfrequenzen. InGaP-GaAs Bauelemente vertragen höhere Spannungen und Temperaturen. Diese Flexibilität ist der Grund, warum Heterojunctions in leistungsstarken HF-Verstärkern, Satellitenkommunikation und weltraumzertifizierter Elektronik dominieren, wo herkömmliche Bauelemente nicht betrieben werden können.
Der Begriff Heterojunction ist Absicht: hetero- signalisiert Unterschied (im Gegensatz zu homo-, was gleich bedeutet). Das Konzept entstand in den 1970er Jahren, als sich die Kristallwachstumstechniken genug verbessert hatten, um präzise Schichten aus verschiedenen Materialien abzulagern. Heute ermöglichen Molekularstrahlepitaxie (MBE) und metallorganische chemische Gasphasenabscheidung (MOCVD) Schichtdicken gemessen in Nanometern und ermöglichen Quantenbrunnensysteme und Übergitter, die die Leistung weiter vorantreiben.