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Kfz-Technik

Bergaufanfahrt

Englisch: hill start

Anfahrvorgang eines Kraftfahrzeugs von Stillstand in Bergauf-Richtung, üblicherweise mit Einsatz der Handbremse

Bergaufstart: Anfahren am Berg ohne Rückwärtsrollen

Der Bergaufstart ist das Manöver, ein Fahrzeug aus dem Stillstand an einer Steigung vorwärts zu bewegen, ohne an Höhe zu verlieren oder rückwärts zu rollen. Bei einer Steigung, die steiler ist, als das Leerlaufdrehmoment des Motors überwinden kann, kann der Fahrer nicht einfach die Fußbremse lösen und mit sanfter Vorwärtsbewegung rechnen. Das Fahrzeug wird entweder abwürgen oder langsam rückwärts in den Verkehr oder gegen Hindernisse rollen. Der Bergaufstart erfordert die Koordination von drei Eingaben: Das Fahrzeug gegen die Schwerkraft stillhalten, genug Motordrehmoment aufbauen, um die Steigung zu überwinden, und die Bremse genau im Moment loslassen, wenn die Vorwärtsbewegung möglich wird.

Fahrzeuge mit Schaltgetriebe erfordern traditionell die meiste Geschicklichkeit vom Fahrer. Der Fahrer hält das Fahrzeug mit der Fußbremse im ersten Gang, dann lässt er die Kupplung schrittweise los, bis der Schleifpunkt erreicht ist (wo das Motordrehmoment beginnt, die Schwerkraft zu überwinden), während er gleichzeitig vom Bremspedal ablässt. Dieses Fenster ist eng und variiert mit Motorleistung, Fahrzeuggewicht und Steigungswinkel. Ein zu schnelles Kupplungslösen führt zum Abwürgen, ein zu langsames zum Rückwärtsrollen. Die Handbremse wird oft teilweise eingekuppelt als Sicherheitsschutz und gelöst, sobald die Vorwärtsbewegung bestätigt ist.

Automatik und moderne Varianten

Automatikgetriebe vereinfachen die Aufgabe, weil der Drehmomentwandler auch im Leerlauf ein Kriechmoment erzeugt und das Getriebe das Fahrzeug im Vorwärtsgang hält. Viele Fahrzeuge mit Automatik rollen nicht rückwärts vom Stillstand aus im Vorwärtsgang auf normalen Steigungen. Neuere Autos mit Bergauffahrassistent (HAC) halten elektronisch den Bremsdruck für 1 bis 2 Sekunden, nachdem der Fahrer das Bremspedal losgelassen hat, und gewinnen Zeit zum Beschleunigen, ohne die Position zu verlieren. Dies entkoppelt die erforderliche Geschicklichkeit vom Manöver selbst.

Die Schwierigkeit eines Bergaufstarts hängt von der Steigungsneigung und dem Kraft-zu-Gewicht-Verhältnis des Fahrzeugs ab. Leichte Fahrzeuge mit kleinen Motoren haben Probleme bei Steigungen über 8 bis 10 Prozent. Schwere Fahrzeuge mit schwachen Motoren können auch bei sanfteren Steigungen versagen. Verschlissene Kupplungen, niedrige Batteriespannung mit Auswirkungen auf die Anlasserdrehzahl und kales zähes Öl verschlechtern den Sicherheitsabstand zwischen Erfolg und Abwürgen. Verschlissenes Reibmaterial an Schaltgetrieben vergrößert das Schleifpunkt-Fenster und macht das Manöver schwerer auszuführen.

Der Bergaufstart tritt als praktisches Problem in Bergpässen, steilen Straßen in Städten und bei Bergrettung auf. Er ist ein Standardprüfungselement in Fahrprüfungen in Ländern mit ausgeprägter Topographie. Der Begriff spiegelt die reale physikalische Einschränkung wider: Anfahren am Berg unterscheidet sich grundsätzlich vom Anfahren auf ebener Straße und erfordert entweder bewusste Technik oder elektronische Unterstützung.

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