Frühbeet
Englisch: hot bed
Ein Gartenbeet mit wärmeerzeugender Masse; ein beheiztes Beet.
Frühbeet: ein beheizter Anzuchtkasten für Frühkulturen
Ein Frühbeet ist ein Gartenbeet, das über eine Wärmequelle, üblicherweise verrottender Mist oder anderes organisches Material, angelegt wird, um die Bodentemperatur für den frühen Anbau zu erhöhen. Die durch den mikrobiellen Abbau entstehende Wärme erwärmt den Boden um 10 bis 20 Grad Fahrenheit über der Umlufttemperatur, sodass Gärtner wärmebedürftige Kulturen mehrere Wochen vor dem natürlichen Frostende aussäen können. Das Beet ist in der Regel mit einem Holz- oder Betonrahmen eingefasst und mit einer Glas- oder Kunststoffdeckung abgedeckt, um Wärme und Feuchtigkeit zu speichern.
Traditionelle Frühbeete nutzen frischen Pferdemist, der beim Verrotten über 4 bis 6 Wochen anhaltende Wärme erzeugt. Ein typisches Frühbeet steht 2 bis 3 Fuß tief und misst 6 mal 4 Fuß; die Mistschicht nimmt die unteren 18 bis 24 Zoll ein und wird von 4 bis 6 Zoll Mutterboden oder Anzuchtsubstrat überlagert. Moderne Varianten nutzen beheizte Kabel, die in Sand oder Boden verlegt sind, thermostatgesteuerte Elektromatten oder Warmwasserleitungen, die mit Kesseln verbunden sind, und geben dem Betreiber damit präzisere Temperaturregelung und längere Betriebszeiten.
Die größte Herausforderung ist das Temperaturmanagement. Ohne Belüftung können die inneren Temperaturen an sonnigen Tagen 100 Grad Fahrenheit überschreiten und Setzlinge schädigen; Züchter müssen die Decke an warmen Nachmittagen hochproppen oder das Beet kippen. Umgekehrt kühlen geschlossene Beete an bewölkten Tagen oder nachts schnell ab, was den Heizeffekt aufhebt. Die Bodenfeuchte sammelt sich unter der geschlossenen Decke schnell an und erhöht den Krankheitsdruck durch Umfallkrankheit und Pilzfäule, wenn die Belüftung unzureichend ist.
Frühbeete sind im professionellen Gartenbau rückläufig, weil Gewächshäuser mit Klimaregelung zuverlässiger und skalierbarer sind. Für Kleinbetriebe und Hausgärtner in kühlen Klimazonen bleiben sie jedoch praktisch, um die Anbausaison für Tomaten, Paprika, Auberginen und Gurken ohne die Kapitalkosten für beheizte Strukturen zu verlängern. Der Begriff leitet sich von der spürbaren Wärme unter den Füßen ab und von der älteren englischen Bezeichnung eines "hotbed" als Stätte intensiver Aktivität oder Gärung.