HSDPA
Abkürzung für High Speed Downlink Packet Access (im UMTS-Standard).
HSDPA: Mobiler Datenschub für 3G-Netze
High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) ist ein Paketdatenprotokoll, das auf UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) aufgesetzt ist und den Durchsatz beim Empfang durch adaptive Modulation, kürzere Übertragungszeitintervalle und Multi-Code-Betrieb deutlich erhöht. Es ermöglicht Geräten, Daten mit Raten bis zu 14,4 Mbps unter theoretischen Spitzenbedingungen zu empfangen, wobei die praktische Leistung je nach Signalqualität und Netzauslastung typischerweise zwischen 2 und 8 Mbps liegt.
HSDPA wurde in Release 5 des 3GPP-Standards eingeführt und war das erste große Speed-Upgrade für betriebliche 3G-Netze weltweit. Anders als Standard-UMTS, das Empfang und Versand symmetrisch behandelt, optimiert HSDPA nur den Empfangspfad und ist dadurch ideal für datenintensive Anwendungen wie Webseiten-Browsing, Video-Streaming und Datei-Downloads, während der Versand relativ unverändert bleibt. Das Protokoll nutzt Adaptive Modulation and Coding (AMC), um Übertragungsparameter an aktuelle Kanalbedingungen anzupassen und senkt automatisch die Modulationsordnung oder Spreizungsfaktoren, wenn sich das Signal verschlechtert.
Betrieb und Varianten
HSDPA arbeitet mit einem dedizierten Hochgeschwindigkeitskanal (HS-DSCH), der mehrere Nutzer auf derselben physikalischen Ressource multiplext. Die Basisstation führt alle paar Millisekunden ein schnelles Kanalqualitäts-Feedback vom Gerät durch und kann damit das Kodierungsschema und die Sendeleistung nahezu in Echtzeit anpassen. Ein paralleles Upgrade, HSUPA (High Speed Uplink Packet Access), brachte später ähnliche Verbesserungen beim Versand. Zusammen wurden diese Technologien in der Vermarktung als "3.5G" oder "3G+" umbenannt und verlängerten die kommerzielle Lebensdauer der UMTS-Infrastruktur vor dem LTE-Ausbau.
Die Geräteimplementierung erforderte neue Hardware-Unterstützung im Handset-Chipset und in der Modem-Firmware. Der Nutzen war am größten in Märkten, wo Betreiber bereits UMTS-Infrastruktur aufgebaut hatten und 4G-Investitionen verschieben wollten. HSDPA wurde ab etwa 2006 in Europa, Asien-Pazifik und Teilen Nordamerikas stark eingeführt. Die meisten Geräte mit HSDPA-Unterstützung hatten auch Fallback auf Standard-UMTS und 2G-Technologien (GSM/GPRS), um die Netzverfügbarkeit zu sichern, wenn Hochgeschwindigkeitsbedingungen nicht vorhanden waren.
Moderne Netze haben HSDPA großteils abgeschaltet, da LTE und 5G-Infrastrukturen dominierend und kostenkonkurrenzfähig wurden. In manchen ländlichen und Schwellenländermärkten bleibt das Protokoll aber aktiv, wo Betreiber UMTS als kostengünstige Sekundärtechnologie beibehalten. Das Verständnis von HSDPA ist wichtig für die Wartung von Altsystemen, die Netzwerk-Archäologie und die Würdigung, wie die Mobilfunkentwicklung schrittweise statt durch kompletten Technologiewechsel voranging.