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Elektrotechnik

Rattenschwanzverbindung

Englisch: rat-tail splice

Ein einfaches Verfahren zum Verbinden zweier Drahtenden durch Verdrehen miteinander.

Rattenohrspleiß: die verdrehte Drahtverbindung, die nicht dauerhaft bleiben sollte

Ein Rattenohrspleiß entsteht durch Verdrehen der blanken Enden zweier Drähte ohne Lötmittel, Flussmittel oder Pressung. Die beiden Leiter werden auf etwa ein bis anderthalb Zentimeter abisoliert, überlappt und dann in einem schraubenförmigen Muster umeinander verdreht, bis sie mechanisch halten. Das Ergebnis ähnelt einem Rattenschwanz, daher der Name. Diese Methode gibt es seit den Anfangstagen der Elektroinstallation und war zeitweise bei temporären Verbindungen oder Niedrigstromkreisen noch akzeptabel.

Trotz seiner Einfachheit und des fehlenden Werkzeugbedarfs hat der Rattenohrspleiß ernsthafte Nachteile, die ihn in der Fachpraxis überflüssig gemacht haben. Die mechanische Haftung verschlechtert sich mit der Zeit durch Vibration, Wechselbelastung und Korrosion, die die Verbindung schwächen. Der Übergangswiderstand zwischen den Drähten ist unvorhersehbar und häufig hoch, was unter Last zu lokaler Wärmeerzeugung führt. Es gibt keine Zugentlastung; jedes Ziehen oder Biegen der Drähte kann die Verbindung vollständig aufdrehen. In feuchter Umgebung wandert Feuchtigkeit entlang der verdrehten Adern und verursacht Oxidation tief im Inneren der Verbindung.

Wo es noch auftritt und warum es versagt

Rattenohrspleißungen finden sich am häufigsten in alten Anlagen aus der Zeit vor modernen Vorschriften, in Notfeldreparaturen durch ungeschultes Personal und gelegentlich in Hobbyelectronik. Bauordnungen und Elektrikerstandards verbieten sie seit Jahrzehnten. Die National Electrical Code behandelt sie als unsicher für jede dauerhafte Installation. Wenn ein Rattenohrspleiß versagt, geschieht dies in der Regel durch allmähliches Lockern statt durch plötzlichen Bruch, was die Ausfallart heimtückisch macht: Die Verbindung wird intermittierend, der Widerstand steigt und die Wärmeerzeugung nimmt zu, bis die Isolierung schmilzt oder ein Brand entsteht.

Die moderne Praxis ersetzt Rattenohrspleißungen durch gelötete Verbindungen (die noch Flussmittel und Reinigung erfordern), Presshülsen (schneller und fester) oder Isolierstoßverbinder für Niedrigspannungs-Wechselstromarbeiten in Wohnkreisen. Jede Methode erhält einen konsistenten Übergangswiderstand und bietet mechanische Zugentlastung. Der Begriff Rattenohrspleiß bleibt in der Elektriker-Fachsprache hauptsächlich als Verweis auf unsichere Praktiken, als Lehrbegriff und als historisches Merkmal vormoderner Installationen erhalten.

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