Old World ROM
Ein Macintosh-Modell, das einen Read-Only-Memory-Chip verwendet.
Old World ROM: Die Firmware, die frühe PowerPC-Macs antrieb
Old World ROM bezeichnet die Firmware-Architektur in Macintosh-Computern, die zwischen 1994 und 1997 gebaut wurden, speziell jene, die vom Motorola 68040-Prozessor zu PowerPC-Chips übergingen. Der ROM-Chip (Read-Only Memory) enthielt den Boot-Code, die Hardware-Abstraktionsschicht und Low-Level-Routinen, die es dem Betriebssystem ermöglichten, die Hardware des Rechners zu initialisieren und mit ihr zu interagieren. Typischerweise waren dies 4-MB- oder 8-MB-Chips, die auf der Logikplatine verlötet waren und Firmware enthielten, die nach der Herstellung ohne physischen Austausch des Bauteils nicht aktualisiert werden konnte.
Die Old World-Architektur existierte parallel zu einem anderen Ansatz namens New World ROM, der 1998 mit dem iBook und PowerBook G3 eingeführt wurde. Old World-Maschinen umfassten die PowerMac 6100, 7100, 8100 Serie, die ersten PowerMac G3-Modelle und frühe iBooks. Die Firmware war monolithisch und eng an spezifische Hardware-Konfigurationen gekoppelt, weshalb jede Platinen-Revision oft ihre eigene ROM-Version benötigte. Diese mangelnde Flexibilität wurde schließlich zum Problem, da die Hardware schneller weiterentwickelt wurde, als Hersteller ROM-Designs überarbeiten konnten.
Der Name ergibt sich aus der zeitlichen Abgrenzung: Old World ging der New World ROM-Technologie voraus. New World-Maschinen wechselten zu einer Flash-ROM-Architektur, die per Software umprogrammiert werden konnte, kombiniert mit Open Firmware (basierend auf IEEE 1275), die bessere Hardware-Abstraktion bot. Dieser Wechsel ermöglichte schnellere Designiterationen und einfachere Firmware-Updates ohne Lötkolben und Chip-Austausch.
Old World ROM-Maschinen sind heute Vintage-Geräte; Kompatibilitätsprobleme entstehen, wenn versucht wird, späte Versionen von Mac OS 8 oder 9 zu betreiben, da spätere Systemsoftware für New World-Firmware optimiert war. Der ROM selbst fällt nicht oft aus, aber wenn doch, ist der Austausch teuer oder unmöglich, weil die Chips nicht mehr hergestellt werden. Servicetechniker treffen auf diese Maschinen heute hauptsächlich in Archiv- oder Museumseinrichtungen an, wo der originale Betrieb gewünscht ist.