Hudge
Englisch: hudge
Ein Behälter zum Hochziehen von Kohle oder Erz.
Hudge: der robuste Förderbecher, der Erz ans Tageslicht bringt
Eine Hudge ist ein robuster zylindrischer oder leicht konischer Metallbecher zum Fördern von Kohle, Erz oder Bergesteinen aus unterirdischen Bergwerken ans Tageslicht. Aufgehängt an einem Seil oder einer Kette, die mit einer Fördermaschine verbunden ist, dient sie als Hauptfördergefäß in Schachtbaubetrieben. Der Becher fährt leer ein, wird auf der Sohle geladen und kehrt zur Oberfläche zurück, wo sein Inhalt entleert wird. Dieser einfache Mechanismus hat sich grundsätzlich über Jahrhunderte hinweg nicht verändert, obwohl sich Materialien und Größe weiterentwickelt haben.
Hudges werden typischerweise aus Schmiedeeisen oder Stahlblech mit einer Dicke von etwa 3 bis 5 Millimetern gefertigt und zu einem zylindrischen Körper mit ebener oder leicht gewölbter Sohle geformt. Das Volumen variiert je nach Schachttiefe und Fördersystem und reicht von etwa 5 Kubikfuß in flachen oder engen Schächten bis zu 20 Kubikfuß und mehr in modernen Tiefbaubergwerken. Die obere Kante des Bechers ist mit einem Eisenband verstärkt, und die Aufhängung erfolgt durch Laschen oder Ohren, die an der gegenüberliegenden Seite des Rands angeschweißt oder genietet sind. Zwei Seile oder Ketten, die an diesen Laschen befestigt sind, verteilen die Last gleichmäßig während des heftigen Aufpralls beim Landen und Laden.
Die Hauptverschleißstellen sind die unteren Ecken, wo Erz und Gestein zu Verschleiß und schließlich zu Durchrostungen führen, sowie die Laschenanschlüsse, wo Spannungskonzentrationen beim Aufprall zu Metallermüdung und Bruch führen können. Bergbaubetreiber müssen Hudges regelmäßig überprüfen und sie austauschen, wenn die Blechdicke unter sichere Grenzen fällt, typischerweise wenn Durchrostung beginnt oder der Materialverlust 20 bis 30 Prozent der ursprünglichen Dicke überschreitet. Ein beschädigter Becher kann seine Ladung auf halber Höhe des Schachts ausschütten und stellt eine ernsthafte Gefahr und Produktionsverlust dar.
Varianten und regionale Praktiken
Becher mit geraden Seitenwänden werden für allgemeine Erz- und Kohleförderung bevorzugt, da sie sich vorhersehbarer stapeln und transportieren lassen. Leicht konische Becher mit schrägen Seitenwänden wurden im Kohlebergbau üblich, da sie zuverlässiger entleert werden und sich nicht so leicht verklemmen, wenn sie teilweise gefüllt sind. Einige Betriebe verwendeten einen ausgestellten Rand oben, um Verschüttungen beim Laden und Transport zu verringern. In sehr tiefem Schächten, wo Aufprallstöße stark werden, wurden Becher dicker und schwerer gefertigt, mit verstärkten Laschen.
Der Begriff 'Hudge' ist primär britisches und nordeuropäisches Bergbauvokabular; nordamerikanische Betriebe verwendeten häufiger 'bucket' oder 'kibble'. Die Etymologie ist unklar, aber das Wort taucht in englischen Bergbautexten mindestens seit dem 17. Jahrhundert auf. Seine Beständigkeit spiegelt die grundsätzliche Einfachheit des Geräts wider: Ein Becher erledigt eine Aufgabe gut, und diese Aufgabe hat sich nicht grundlegend geändert, seit Bergwerke in die Tiefe gingen.