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Textiltechnik

Umarmungsjacke

Englisch: hug-me-tight

Eine kurze, ärmellose, eng anliegende Jacke für Frauen, meist gestrickt oder gehäkelt.

hug-me-tight: eng anliegende ärmellose Strickjacke für Frauen

Ein hug-me-tight ist eine eng anliegende ärmellose Jacke, typischerweise handgestrickt oder gehäkelt aus Woll- oder Baumwollgarn, getragen als Schicht unter oder über einem Kleid oder einer Bluse. Das Kleidungsstück sitzt straff am Oberkörper ohne Verschluss, gehalten durch seine enge Maschenweite und Elastizität. Es entstand als praktische Arbeitskleidung in Mühlen und Fabriken, wo volle Jacken in Maschinen hängen bleiben würden, und wurde ab der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts im häuslichen und Freizeitbereich modisch.

Die Konstruktion variiert je nach Hersteller und Zeit. Fabrikgefertigte Versionen verwendeten Flachstrickmaschinen, um Teile herzustellen, die dann zusammengenäht wurden, während handgefertigte Versionen oft in einem Stück von Armausschnitt zu Armausschnitt gestrickt wurden. Die Maschenweite war entscheidend: ein hug-me-tight erforderte straffes Stricken oder straffe Häkelspannung, um die Form zu halten, ohne die Bewegung einzuschränken. Gerippte Strickkanten an den Armausschnitten verhinderten Rollen und erhöhten die Elastizität. Einige Versionen hatten einen gebundenen oder gefalteten Halsausschnitt, andere hatten ungefasste Kanten, die mit Blankostechen fertiggestellt wurden.

Material und Verschleißmuster

Der Stoff absorbierte Feuchtigkeit und dehnte sich leicht, was ihn bei Frauen beliebt machte, die unter feuchten Bedingungen arbeiteten. Merino und andere feine Wollen widerstanden Pillingbildung besser als grobe Fasern. Baumwollversionen waren leichter und für wärmere Jahreszeiten geeignet. Das Kleidungsstück konnte unter einem Korsett oder einer Kleiderbodice für Wärme getragen werden, ohne die Masse einer ärmellosen Jacke, und seine Einfachheit machte es leicht, es aus Restgarn oder kommerziellen Mustern zu stricken.

Einlaufen und Elastizitätsverlust waren häufige Mängel. Garn, das locker gesponnen oder unsachgemäß gefärbt war, konnte bei wiederholtem Waschen schnell verschlechtern. Die enge Passung bedeutete auch, dass jedes ungleichmäßige Einlaufen oder Durchhängen des Gestricks sofort sichtbar und unbequem wäre. Armausschnittsnähte waren anfällig für Spannungsrisse, wenn sich der Träger kräftig bewegte.

Der Name spiegelt seine Funktion wider: das Kleidungsstück hielt den Träger fest, ohne restriktive Verschlüsse wie Knöpfe oder Schnüre. Es blieb bis ins zwanzigste Jahrhundert im Gebrauch, sowohl im Arbeiter- als auch im häuslichen Bereich, obwohl die industrielle Produktion die Handstrickerei bis in die 1930er Jahre weitgehend verdrängte. Der Begriff blieb am längsten in der britischen Textil- und Modeterminologie erhalten.

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