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Kfz-Technik

ITB

Abkürzung für Individual Throttle Body; eine Motorkonfiguration mit einem Einlassventil pro Zylinder.

ITB: eine Drosselklappe pro Zylinder, maximaler Durchsatz

Ein ITB (Individual Throttle Body) ist eine Kraftstoffeinspritz- und Ansaugarchitektur, bei der jeder Zylinder eine eigene Drosselklappe erhält, statt sich eine gemeinsame Klappe oder Einspritzerleiste zu teilen. Jeder Drosselkörper sitzt direkt über dem Ansaugkanal des Zylinders und regelt den Luftstrom unabhängig. Diese Konfiguration ist in der Großserienfertigung ungewöhnlich, aber Standard in Hochleistungs- und Rennmotoren, wo Ansauggeschwindigkeit und die Luftverteilung zwischen den Zylindern entscheidend sind.

Der mechanische Vorteil liegt auf der Hand: eine dedizierte 45 mm oder 50 mm Drosselklappe für einen einzelnen Zylinder fördert bei niedrigen Drosselwinkeln mehr Luft als eine gemeinsame Klappe für vier oder sechs Zylinder. Weniger Widerstand bedeutet geringere Pumpverluste und schnellere Drosselansprache. Jede Drosselklappe öffnet sich, wenn sich der entsprechende Zylinder dem Ansaughub nähert, was Tuner in die Lage versetzt, Timing und Volumen pro Zylinder zu optimieren, statt Kompromisse zwischen Zylindern zu verwalten. Einspritzdüsen sind typischerweise in jedem Körper oder im Kanal unmittelbar stromabwärts montiert.

Komplexität und Kostenabwägung

Der Nachteil liegt in der mechanischen und elektronischen Komplexität. Sechs Zylinder benötigen sechs separate Drosselzüge (oder elektronische Stellglieder) und sechs einzelne Kraftstoffversorgungen oder Einspritzer. Die Leerlaufregelung wird schwieriger, weil jeder Zylinder abgeglichen sein muss; eine klemmierende Drosselklappe erzeugt einen Aussetzer. Das Tuning erfordert einzelne Trimmpotentiometer oder programmierbare ECU-Tabellen. Die Herstellungskosten sind erheblich höher, was erklärt, warum ITBs hauptsächlich auf Rennstreckenfahrzeugen, in historischen Wettbewerbsmotoren und in teuren Sportwaagen zu finden sind und nicht in Alltagsfahrzeugen.

Historisch dominierten ITBs den Wettbewerb in den 1960er und 1970er Jahren, besonders in der Formel 1 und im Clubrennsport, wo sie manchmal "Vergaser-Stacks" oder "Velocity Stacks" genannt wurden. Die moderne elektronische Kraftstoffeinspritzung machte sie ab den 1990er Jahren technisch für Straßenfahrzeuge realisierbar, aber Verbrauchsvorschriften und OBD-Emissionskonformität bevorzugten einfachere, zentralisierte Einspritzung. Heute sind ITBs eine Tuning- und Restaurierungsoption: klassische Motoren, die mit einzelnen Drosseln und modernen ECUs ausgerüstet werden, oder kundenspezifische Plattformen wie Motorradmotoren in Kit Cars.

ITBs sollten nicht mit Mehrpunkt-Kraftstoffeinspritzung (MPI) verwechselt werden, bei der Einspritzdüsen Kraftstoff versprühen, aber alle Zylinder gemeinsame Ansaugkrümmer nutzen. Ein ITB-Motor hat sowohl einzelne Drosseln als auch separate Ansaugwege. Die Leistungsgewinne hängen stark von Drehzahlbereich und Ansaugkrümmerdesign ab; der Vorteil ist am ausgeprägtesten oberhalb von 5000 min⁻¹ bei Naturaspirationsaggregaten, wo Spülwirkungsgrad und dynamischer Druck entscheidend werden.

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