Viertaktfehler
Englisch: four-stroking
Störbetrieb eines Zweitakt-Verbrennungsmotors, bei dem der Zylinder nur jeden zweiten Zyklus zündet (wie bei einem Viertaktmotor). Dies tritt auf, wenn das Ausspülen und Laden des Zylinders eine Mischung hinterlässt, die nicht zündet, sondern einen zweiten Spül- und Ladevorgang benötigt, um ein ausreichendes Gemisch zu erzeugen.
Viertakt-Fehlzündung: wenn ein Zweitakter jeden zweiten Hub aussetzt
Viertakt-Fehlzündung ist eine Betriebsstörung in Zweitaktmotoren, bei der die Verbrennung nur in jedem zweiten Arbeitsspiel stattfindet. Der Motor läuft dann mit halber normaler Zündfrequenz. Ein intakter Zweitakter zündet einmal pro Kurbelwellenumdrehung; ein Motor mit Viertakt-Fehlzündung zündet nur alle zwei Umdrehungen, was viertaktähnliches Verhalten vortäuscht. Das Symptom ist unverkennbar: ein charakteristisches "Wumm-Wumm... Wumm-Wumm"-Auspuffgeräusch mit deutlichen Leistungsausfällen.
Die Ursache liegt in der fehlgeschlagenen Spülung. Zweitaktmotoren arbeiten mit präziser Portsteuerung statt Ventilen, um Abgase auszustoßen und die frische Kraftstoff-Luft-Mischung anzusaugen. Gelingt dieser Austausch nicht vollständig oder ist die Mischung zu mager, enthält der Zylinder zu wenig Kraftstoff oder zu viel Abgasrückstand. Die Zündkerze zündet diese schlechte Mischung schwach oder gar nicht. Im nächsten Spiel vermischt sich die frische Ladung mit dem Rückstand der misslungenen Zündung und ergibt schließlich eine zündfähige Mischung. Dies erzeugt das alternierende Zünden und Aussetzen.
Viertakt-Fehlzündung tritt am häufigsten bei kleineren Zweitaktmotoren auf, besonders bei Kettensägen, Außenbordern und tragbaren Maschinen, wenn das Kraftstoffgemisch zu mager ist. Zu wenig Öl im Kraftstoff, verschlossene Düsen im Vergaser oder Ansaugluftlecks verringern die Kraftstoffzufuhr. Die Motorlast spielt ebenfalls eine Rolle: die Störung verschärft sich oft bei Teillastbetrieb, wo die Portsteuerung und Gemischqualität weniger tolerant sind. Kaltstartbedingungen, abgenutzte Kolbenringe, die die Verdichtung senken, und falsche Zündeinstellung lösen es ebenfalls aus.
Das Phänomen verschleudert Kraftstoff und erzeugt übermäßigen Auspuffrauch, weil unverbrannte Ladung ungenutzt aus dem Zylinder austritt und beim nächsten Spiel wieder eintritt. Anhaltende Viertakt-Fehlzündung deutet auf unvollständige Verbrennung und Verschmutzungsrisiko hin. Im Gegensatz zum echten Viertakter, der gelegentliche Fehlzündungen verträgt, sind Zweitakter nicht für diesen Betriebszustand ausgelegt und erleiden beschleunigten Verschleiß.
Der Name verursacht Verwirrung: der Motor klingt wie ein Viertakter, weil er mit Viertakt-Frequenz zündet, ist aber grundsätzlich ein schlecht laufender Zweitakter. Die Diagnose erfordert Hören, Prüfung der Gemischstärke, Kontrolle der Zündkerzenfarbe (sollte hellbraun bis dunkelbraun sein, nicht schwarz oder weiß) und Prüfung von Vergaser und Kraftstoffleitungen auf Verstopfung oder Luftlecks.