Jim Crow
Werkzeug zum Biegen von Eisenbahnschienen durch Festhalten der Schiene mit zwei Armen und Eindrücken einer Schraube auf der anderen Seite.
Jim Crow: Handwerkzeug zum Kaltbiegen von Eisenbahnschienen
Ein Jim Crow ist ein tragbares mechanisches Gerät zum Kaltbiegen von Eisenbahnschienen ohne Wärmeeinsatz. Das Werkzeug besteht aus einem festen Rahmen mit zwei horizontalen Armen, die die Schiene von oben greifen, während ein Gewindespindelmechanismus die Schiene von unten nach unten drückt oder ein Hebelarm seitlichen Druck ausübt. Dies ermöglicht es einem einzelnen Arbeiter oder einer kleinen Kolonne, Schienenmaterial vor Ort in Kurven zu biegen oder die bestehende Gleisgeometrie anzupassen.
Das Werkzeug funktioniert, indem die Schiene zwischen den zwei oberen Armen eingespannt wird und dann Kraft durch einen schweren Spindel- oder Hebelmechanismus senkrecht zur Schienenlänge aufgebracht wird. Der Druck biegt die Schiene allmählich auf den gewünschten Radius. Typische Jim Crows handhaben Normalspurschienen (4 Fuß 8,5 Zoll) und sind für die Streckgrenze des Schienenmaterials ausgelegt, üblicherweise Stahl mit einer Zugfestigkeit von etwa 65.000 bis 80.000 psi je nach Schienengüte. Der mechanische Vorteil durch das Spindel- oder Hebelsystem ermöglicht es einer Person, die 50 bis 100 Tonnen Kraft aufzubringen, die für bescheidene Biegungen erforderlich sind.
Einsatz vor Ort und Grenzen
Jim Crows sind unverzichtbar für Gleisunterhalt, Gleisanschlussarbeiten und Rangierbahnarbeiten, wo Wärmeausrüstung unpraktisch ist oder wo der Verkehr für Schmiedearbeiten nicht unterbrochen werden darf. Das Werkzeug wird an einer Schwelle oder Gleisunterlage befestigt, um eine Bewegung während des Betriebs zu verhindern. Das Kaltbiegen ist auf kleine Winkel beschränkt (typischerweise unter 2 oder 3 Grad pro Arbeitsgang), da übermäßige Kaltverformung Stahl härtet und Risse riskiert. Mehrere kleine Biegungen werden nacheinander ausgeführt, um größere Kurven zu erzielen. Das Werkzeug hinterlässt die Schienenfläche bei korrekter Anwendung unversehrt, aber unsachgemäße Spannkraft oder Überlastung kann die Schienenkopfoberfläche eindrücken oder verformen.
Die Herkunft des Namens ist unklar und geht dem modernen industriellen Gebrauch des Werkzeugs voraus. Der Begriff erscheint in amerikanischen Eisenbahndokumentationen des 19. Jahrhunderts, aber die Verbindung zu dem umgangssprachlichen Begriff ist unsicher. Jim Crow Geräte blieben bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet, doch die moderne Gleisarbeit setzt zunehmend auf Wärmemethoden oder werksseitig gebogene Schienen, um Feldbelastungen und Arbeitsaufwand zu minimieren.