SpracheEnglishDeutsch
Bergbau und Gewinnung

Keratophyr

Englisch: keratophyre

Kompaktes porphyrisches Gestein aus Alkalifeldspäten und Diopsid, möglicherweise auch mit Quarz.

Keratophyr: ein kompaktes Alkalifeldspat-Porphyr aus umgewandelten vulkanischen Gesteinen

Keratophyr ist ein feinkörniges Ergussgestein mit charakteristischer porphyrischer Struktur, das heißt, es enthält größere Kristalle (Phänokriste) verteilt in einer viel feinerkörnigen Grundmasse. Die Hauptminerale sind Alkalifeldspäte, typischerweise Orthoklas oder Albit, kombiniert mit Diopsid, einem Calcium-Magnesium-Silikat-Pyroxen. Quarz kann in unterschiedlichen Mengen vorhanden sein. Das Gestein ist dicht und kompakt, selten blasig, und hat typischerweise eine hellgraue bis blassgrüne Färbung, je nach Intensität des Diopsids.

Keratophyr entsteht überwiegend durch Spilitisierung, einen Prozess, bei dem metamorphe Überprägung und hydrothermale Umwandlung die primären Mineralien in submarine Lavaströme und pyroklastische Gesteine verändern. Er findet sich daher in metamorphen Terranen und in Schichtenfolgen alter vulkanischer und vulkanoklastischer Gesteine. Das Gestein tritt häufig zusammen mit Metabasalt, Metadolerit und anderen Greenschist-Fazies-Gesteinen auf. Geologisch zeigt Keratophyr eine bestimmte Druck- und Temperaturkombination während der Metamorphose an, typischerweise in Tiefen von 5 bis 15 Kilometern und Temperaturen unter 400 Grad Celsius.

Bestimmung und Vorkommen

Im Handstück wird Keratophyr durch seine dichte, porenfreie Struktur und den Kontrast zwischen größeren, mit bloßem Auge sichtbaren Feldspat-Kristallen und der sehr feinerkörnigen Grundmasse erkannt. Unter dem Mikroskop sind Alkalifeldspat-Leisten prominent; Diopsid erscheint als kurze grüne Kristalle. Die Feldspäte sind oft teilweise zu Serizit oder Tonmineralen umgewandelt, ein Zeichen der hydrothermalen Bedingungen, die das Gestein erzeugt haben. Diese Umwandlungsgefüge sind ein zuverlässiger Feldindikator.

Keratophyr hat begrenzte wirtschaftliche Bedeutung als Bau- oder Zuschlagstoff, weil er mit metamorphisierten Vulkaniten assoziiert ist, die häufig geklüftet und chemisch instabil sind. Für Explorationsgeologen und Strukturgeologen ist er jedoch bedeutsam als Leitgestein in metamorphen Abfolgen. Sein Vorkommen und seine Mineralogie ermöglichen Rückschlüsse auf die Versenkung und thermische Geschichte der umgebenden Gesteine. In manchen Regionen werden keratophyr-führende Formationen auf Kupfer, Zink oder andere Metalle erkundet, da die Hydrothermalflüide, die den Keratophyr schufen, erzbildende Elemente transportiert haben können.

Der Name stammt von griechischen Wörtern für Horn und Glas und verweist auf das hornähnliche Aussehen und die glasigen Feldspat-Phänokriste, wobei der Begriff heute vor allem in älterer geologischer Literatur und in der Metamorphiten-Petrografie verwendet wird. Die moderne Nomenklatur bevorzugt oft spezifischere Begriffe wie Metabasalt oder Albit-Epidot-Chlorit-Schiefer, je nach Grad der Metamorphose und den anwesenden Sekundärmineralen. Keratophyr bleibt eine nützliche Bestimmungskategorie bei der Kartierung alter vulkanischer Terranen in Schilden und Faltengebirgszonen weltweit.

Mehr aus Mining and extraction

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.