Messerfältelung
Englisch: knife pleat
Eine Art scharf gepresste Fältelung, besonders in Röcken oder Kilts, bei der alle Falten in eine Richtung zeigen und jede Falte drei Schichten Stoff dick ist.
Messerschärfe: eine einseitige Falte, die scharf und knackig steht
Eine Messerschärfe ist eine maßgeschneiderte Falte im Stoff, bei der die Bruchkante parallel zur Webkante verläuft und alle Falten in die gleiche Richtung zeigen. Im Unterschied zu Kellerfalten oder invertierten Falten, die zwei Falten Rücken an Rücken kombinieren, verwendet eine Messerschärfe nur eine Falte pro Faltenlinie und erzeugt eine scharfe Kante, die sich gleichmäßig über das Kleidungsstück erstreckt. Jede Falte besteht aus drei Schichten: der gefalteten Oberkante, der verborgenen Unterschicht und dem Grundstoff, alle dauerhaft und fest gepresst.
Der Name stammt vom Aussehen: die Bruchkante ähnelt der Schneide eines Messers, dünn und bestimmt. Genau das geschieht in der Fertigung. Der Stoff wird mit Faltenlinien gekennzeichnet (üblicherweise 0,75 bis 1,5 Zoll Abstand je nach Design), dann manuell oder maschinell so gefaltet, dass alle Falten in eine Richtung zeigen. Das Kleidungsstück wird dann in einer Dampfpresse oder einer kontinuierlichen Fixiermaschine behandelt, wo die Bruchkante dauerhaft fixiert wird. Temperatur und Verweilzeit hängen von der Faserzusammensetzung ab: Synthetikgemische benötigen etwa 15 bis 20 Sekunden bei 300 bis 350 Grad Fahrenheit, während Wolle eine sanftere Behandlung um 250 bis 280 Grad verlangt.
Messerschärfen sind Standard in formalen Röcken, Kilts, Schuluniformen und Zeremonienkleidung, weil sie ihre Form durch Tragen und Waschen bewahren. Sie erfordern sorgfältiges Pattern Grading, weil die Faltenzugabe in die Breitenmessungen eingerechnet werden muss: ein Rock mit zwölf Messerschärfen braucht erheblich mehr Stoff in der Zuschneidstufe, üblicherweise 20 bis 30 Prozent mehr Stoff als die Fertigbreite. Die Unterseite jeder Falte zeigt oft den unter der Falte gefalteten Stoff, weshalb Messerscharfen-Kleidungsstücke häufig mit Säumen oder Fütterungen versehen sind, die diese innere Struktur verdecken.
Pressbeständigkeit und Faserauswahl
Die Dauerhaftigkeit einer Messerschärfe hängt stark von der Faserzusammensetzung ab. Polyester und Polyestergemische halten Falten zuverlässig, weil die thermoplastischen Fasern beim Erhitzen aufweichen und die Form sperren. Reine Wolle nimmt durch Dampf gut eine Fixierung an, ist aber anfälliger für Relaxation bei hoher Luftfeuchte oder wiederholtem Biegen an der Bruchkante. Baumwolle und Leinen benötigen eine Chemiefaser-Ausrüstung (Harzfinish), um die Faltengedächtnis zu bewahren, was Haltbarkeitskompromisse mit sich bringt: die Ausrüstung kann die Griffigkeit steifer machen und die Atmungsaktivität verringern. Gemischte Fasern bieten üblicherweise die beste Bilanz zwischen Kosten, Aussehen und Faltenbeständigkeit.
In der Produktion ist der beim Pressen angewendete Druck kritisch. Unzureichender Druck hinterlässt die Falte flauschig und unpräzise; übermäßiger Druck kann Glanz oder Brandflecken erzeugen, besonders bei Synthetikfasern. Industrielle Betriebe verwenden oft programmierbare Vakuum- oder Druckluftpressen, die einen gestuften Druck über die Breite auftragen. Nach dem Pressen muss das Kleidungsstück vollständig auskühlen, bevor es bearbeitet wird, um die Gedächtnis zu fixieren, weshalb Messerscharfen-Kleidungsstücke auf Produktionslinen ohne zu falten gestapelt oder aufgehängt werden, während sie auskühlen.