Laterne
Englisch: lantern
Gelochter Zylinder zur Kernbildung beim Gießen.
Laterne: ein hohler Zylinderkern-Former zum Gießen
Eine Laterne ist eine perforierte zylindrische oder fassprofiling Kernstütze, die beim Metallgießen verwendet wird, um einen Sandkern in einer Gussform zu halten und zu positionieren. Sie kommt vor allem bei Gießvorgängen vor, bei denen ein hohler Guss erforderlich ist, etwa bei der Herstellung von Zylinderblöcken, Pumppengehäusen oder glockenförmigen Teilen. Die Laterne verbleibt während des Gießens an Ort und Stelle und hilft dem Kern, Auftriebskräften und hydrostatischem Druck des umgebenden Schmelzmetalls standzuhalten.
Die Laterne besteht aus einem Metallzylinder (meist aus Eisen oder Stahl) mit regelmäßig verteilten Löchern oder Schlitzen entlang ihrer Länge. Diese Öffnungen ermöglichen es dem Schmelzmetall, an der Laterne vorbei in die Kernhöhle zu fließen, während die Zylinderwände dem Sandkern mechanische Stütze bieten. Der Kern wird während der Kernmontage um die Außenseite der Laterne herum verdichtet oder eingelagert, greift sie fest, damit sie sich nicht verschieben kann, wenn die Form umgekehrt oder vibriiert wird.
Funktion und Anordnung
Die Laterne erfüllt zwei wesentliche Funktionen. Erstens verankert sie den Kern axial in der Höhle und verhindert eine vertikale Verschiebung während des Gießens. Zweitens verringern die Löcher die wirksame Dicke des Kerns selbst, indem sie dem Metall ermöglichen, durch die perforierte Stütze zu fließen, statt dass ein dickeres, bruchempfindlicheres Kernmaterial erforderlich ist. Dieses Design ist besonders wertvoll bei hohen oder dünnen Gussteilen, bei denen ein massiver Kern unter thermischer Belastung oder Metalldruck brechen könnte. Die Laterne ist normalerweise entlang der Mittellinie oder längs der Höhlenachse angeordnet.
Material und Lochgröße werden auf den spezifischen Guss abgestimmt. Bei Eisengüssen sind Gusseisen-Laternen üblich; bei kleineren oder präziseren Arbeiten werden Stahlversionen mit gebohrten Löchern verwendet. Der Lochdurchmesser liegt typischerweise zwischen 6 und 12 Millimetern, mit Abständen von 25 bis 40 Millimetern, wobei diese Maße je nach Kerngröße und Metallgießtemperatur variieren. Die Zylinderwand der Laterne selbst ist meist 4 bis 6 Millimeter dick, um Steifigkeit ohne übermäßige Masse zu bieten.
Nach dem Gießen und Ausformen bleibt die Laterne im Guss eingebettet und wird entweder an Ort und Stelle belassen oder beim Nachbearbeiten herausgebohrt, je nach Konstruktion. In einigen Fällen sind Laternen so ausgelegt, dass sie aus dem Guss entfernt werden können, besonders wenn sie interne Kanäle oder Fertigungsmaße beeinträchtigen würden. Der Begriff rührt von der visuellen Ähnlichkeit des perforierten Zylinders mit den durchbrochenen Metallseiten einer alten Öl- oder Kerzenlaterne her.