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Metallbearbeitung

Handelseisen

Englisch: merchant iron

Eisen in gebräuchlicher, marktfähiger Stabform, die für Verkauf und Verwendung geeignet ist.

Handelseisen: lagerfähige Stangenware aus Eisen für den allgemeinen Handel

Handelseisen ist Schmiedeeisen oder Flußstahl in genormten Stabformen, fertig zum Kauf und zur Verarbeitung ohne Umschmelzung oder Zwischenverarbeitung. Es wird als Vierkant, Flachstahl, Rundstahl oder Winkeleisen in Längen geliefert, die sich für Lagerung und Weiterverkauf eignen, typischerweise 3,6 bis 6 Meter. Das Material ist bereits zu grober metallurgischer Güte bearbeitet und kann unmittelbar vom Kunden geschmiedet, gebogen oder bearbeitet werden. Es nimmt die Mittelposition zwischen Roheisen (Rohform aus dem Gießen, für die meisten Arbeiten ungeeignet) und Spezialstahl (hochkohlenstoffhaltig oder legiert, für spezifische Anwendungen) ein.

Die üblichen Querschnitte entsprechen dem, was sich beim Hammer und in den Walzwerken bewährt hat: Vierkantmaterial von 1/2 Zoll bis 2 Zoll Kantenlänge, Flachstahl in Breiten bis 4 oder 5 Zoll und Stärken ab 3/16 Zoll, Rundstahl von 3/8 Zoll bis 2 Zoll Durchmesser. Rundstahl wird geschätzt für Achsen, Spindeln und Schmiedearbeiten; Vierkantmaterial für Konstruktionsteile und Werkzeugrohlinge; Flachstahl für Bänder, Klingen und Kunstschmiedearbeiten. Winkeleisen und U-Profile kamen später mit der modernen Walztechnik hinzu. Die Längen werden auf Lagerfläche und Transport abgestimmt, nicht auf den genauen Bedarf jeder einzelnen Arbeit.

Handelseisen kostet pro Kilogramm wesentlich weniger als Werkzeugstahl oder Speziallegierungen, weil die Vorgaben weniger streng sind. Der Kohlenstoffgehalt liegt typischerweise bei 0,1 bis 0,3 Prozent, ausreichend um unter dem Hammer leicht zu härten, aber nicht so viel, daß eine sorgfältige Wärmebehandlung erforderlich wäre. Verunreinigungen wie Schwefel und Phosphor werden in Mengen tolereriert, die bei Kesselblech oder feinem Besteck nicht zulässig wären. Diese Lockerung der Anforderungen senkt die Raffinerungskosten und ermöglicht den Walzwerken, große Mengen mit dünnen Margen zu produzieren. Ein Schmied oder kleiner Fertigungsbetrieb kauft, was für die anstehende Aufgabe paßt, statt teure Lagerbestände mehrerer Sorten zu halten.

Warum der Name bestehen bleibt

Der Ausdruck "Handels-" signalisiert, daß das Material für den Handel vorgesehen ist, nicht für die Eigennutzung des Walzwerks. Vor der Eisenbahn und dem modernen Stahlhändler hielten Handelseisenhändler Lagerbestände in üblichen Größen und verkauften an örtliche Schmiede, Blechner und Bauunternehmen. Die Stäbe selbst wurden nach dem Geschäft des Händlers benannt. Als sich die Walzwerke konzentrierten und StandardKatalog den lokalen Handel verdrängten, blieb der Name in Gebrauch, um grob gewalztes Material von Spezialqualitäten zu unterscheiden. Moderne Kataloge führen immer noch "Handelsstab" oder "Handelseisen" als Basisangebot, unter kaltgewalztem Präzisionsstab oder warmgewalztem legiertem Blech auf.

Handelseisen ging nach 1950 stark zurück, als Flußstahl in Spulen, Flußstahlrohr und kaltgezogener Stab billiger zu versenden und leichter zu verarbeiten wurden. Die Schmiedearbeit sank; die Fertigung verlagerte sich in die Werkstatt. Heute bleibt es in Kunstschmiedearbeiten, Ziergattern und einiger landwirtschaftlicher Ausbesserungsarbeiten erhalten. Kleine Gießereien und Kunstmetallarbeiter sind die größten verbleibenden Kunden. Moderne Händler verkaufen häufiger Flußstahl in Stabform unter demselben Namen und derselben Vorgabe, da sich die metallurgische Unterscheidung verwischt hat. Der Ausdruck bleibt als Kategoriebezeichnung auf Preislisten und Bestellformularen erhalten, obwohl sich das tatsächliche Warensortiment gewandelt hat.

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