durchlassen
Englisch: let through
Eine bestimmte Spannungsmenge zu angeschlossenen Geräten durchleiten.
durchlassen: die Spannung, die ein Schutzgerät stromabwärts zulässt
In der elektrischen Verteilung bedeutet durchlassen, eine bestimmte Spannung oder einen Strom von einer Stromquelle zu den angeschlossenen Geräten stromabwärts passieren zu lassen. Ein Schutzgerät wie ein Regler, Überspannungsschutz oder Strombegrenzer bestimmt, welche Spannung zugelassen wird. Übersteigt die eingehende Spannung den Schwellenwert, für den das Gerät ausgelegt ist, sperrt oder reduziert das Gerät den Überschuss und schützt empfindliche Verbraucher vor Beschädigungen.
Der Begriff taucht am häufigsten im Zusammenhang mit Überspannungsschutzgeräten (SPDs) und Spannungsreglern auf. Ein Schutzgerät, das eine Spannung von 400 Volt durchlässt, begrenzt oder leitet Spannungsspitzen über diesem Wert ab. Die durchgelassene Spannung wird als Durchlassspannung bezeichnet und ist eine kritische Spezifikation. Ein Gerät mit niedrigerer Durchlassspannung bietet besseren Schutz, kann aber während des Normalbetriebs auch mehr Einfügungsdämpfung verursachen.
Varianten und Anwendungen
Steckerleistenunterdrücker, Überspannungsschutzgeräte (TVSS) und Metalloxid-Varistoren (MOVs) arbeiten alle nach diesem Prinzip. Industrielle Stromverteilungssysteme nutzen Durchlassspannungsvorgaben, um den Schutz über mehrere Stufen abzustimmen: Ein Schutzgerät im Hauptverteilungsfeld lässt möglicherweise 800 Volt durch, während ein Gerät in einem Unterverteilungsfeld 600 Volt durchlässt, um sicherzustellen, dass das dem Verbraucher nächste Schutzgerät zuerst anspricht. Hersteller geben die Durchlassspannung bei bestimmten Stromstärken an, üblicherweise im Bereich von 6.000 bis 10.000 Ampere.
Der Begriff gilt auch für stromgrenzende Geräte. Eine Sicherung oder Strombegrenzung, die bei einem Fehler nur einen bestimmten Spitzenstrom durchlässt, schützt die stromabwärts gelegenen Geräte vor dem vollständigen am Quellenort verfügbaren Fehlerstrom. Darum wird eine 20-Ampere-Schutzschalter unter normalen Umständen nicht mehr als seinen Nennstrom durchlassen und schützt so sowohl den Leiter als auch den Verbraucher.
Das Verständnis der Durchlassspannung ist wesentlich bei der Spezifikation des Schutzes für Computersysteme, medizinische Geräte und Steuerschaltungen, die nur enge Spannungsfenster tolerieren. Ein Regler, der auf einer 480-Volt-Drehstromleitung ±10 Prozent der Nennspannung durchlässt, hält die Ausgangsspannung zwischen 432 und 528 Volt, was für die meisten Industriemotoren ausreichend eng ist, aber nicht für Präzisionsinstrumente. Das Überschreiten des akzeptablen Durchlassbereichs für einen bestimmten Verbraucher ist eine häufige Ursache für vorzeitigen Geräteausfall und unnötige Auslösungen.