Zeilenguss
Englisch: linecasting
Herstellung von ganzen Druckzeilen in Metall durch Verwendung einer Zeilengießmaschine.
Zeilengießerei: Heißmetall-Satz in Zeilengießmaschinen
Eine Zeilengießmaschine ist eine tastaturgesteuerte Maschine, die vollständige Zeilen aus Metall als einheitliche Blöcke gießt, anstatt einzelne Buchstaben zusammenzusetzen. Der Operator bedient eine Tastatur wie eine Schreibmaschine; die Maschine führt Messingmatrizen (Zeichenformen) in eine Zeile ein, trennt sie mit Metallkeilen und spritzt geschmolzenes Schriftmetall, normalerweise eine Legierung aus Blei, Zinn und Antimon, erhitzt auf etwa 370 Grad Celsius, in eine Gussform, um einen festen Block zu formen. Das Ergebnis ist eine einteilige Satzzeile, bereit zum Druck, typischerweise 42 bis 66 Punkt breit je nach Spaltenbreite.
Die beiden dominierenden Zeilengießmaschinen waren die Linotype und die Intertype. Beide nutzten rotierende Magazine, um Matrizen nacheinander auszuwählen und zu positionieren. Ein wesentliches Merkmal des Zeilengießens war das automatische Abstands-System: Der Operator tippte Wortabstände mit einem einzelnen Tastendruck ein, und die Maschine führte ausdehnbare Metallkeile ein, sogenannte Spacebands, die die Zeile auf exakte Breite ausschossen. Dies ermöglichte schnelle Setzerei von Zeitung- und Buchtext ohne das aufwändige manuelle Abstanzen, das für gegossene Schriften erforderlich war.
Geschwindigkeit und der Rhythmus der Redaktion
Zeilengießerei dominierte den kommerziellen Druck von den 1890er Jahren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, weil sie die Setzgeschwindigkeit dramatisch erhöhte. Ein geübter Operator konnte 5.000 bis 7.000 Gevierte pro Stunde gießen, etwa gleichbedeutend mit dem Satz einer vollständigen Zeitungsseite pro Schicht. Dies machte die tägliche Zeitungsproduktion im großen Maßstab möglich und senkte die Kosten für Buch- und Zeitschriftendruck. Der mechanische Rhythmus der Maschine wurde so sehr in die Druckproduktion integriert, dass der Begriff "Zeilengießerei" zum Synonym für Heißmetalldruck selbst wurde.
Wartung und Metallurgie waren zentral für zuverlässiges Zeilengießen. Das Schriftmetall musste bei der richtigen Temperatur fließen; wenn zu kühl, war der Guss unvollständig; wenn zu heiß, verzogen sich die Matrizen oder wurden beschädigt. Das Entnehmen und Verteilen der Blöcke waren manuelle Aufgaben. Operatoren mussten das Papier (das die Matrizen zuführte) auf Beschädigungen überwachen, das Metallzirkulationssystem beobachten und Papierstaus oder Metallblöcke beheben, die nicht richtig ausgeworfen wurden.
Zeilengießerei ging ab den 1960er Jahren mit der Einführung des Fotosatzes und ab den 1980er Jahren mit digitaler Satzherstellung zurück. Im frühen 21. Jahrhundert waren funktionierende Zeilengießmaschinen größtenteils Museumsstücke oder Spezialwerkzeuge für feine Bleisatzdrucke. Der Begriff selbst ist historisch geworden und wird hauptsächlich von Druckhistorikern, Archivaren und Praktizierenden von Hand- oder Bleisatzdruck verwendet, nicht mehr von Industriebetreibern.