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Maschinenbau

Blockieren

Englisch: lockup

Ein Zustand, bei dem ein oder mehrere Räder eines Fahrzeugs durch Überbremsungsdrehmoment plötzlich zu rotieren aufhören und dadurch schleudern.

Blockieren: wenn die Bremse ein Rad vollständig stillsetzt

Blockieren tritt auf, wenn das Bremsmoment die maximale Reibung zwischen Reifen und Fahrbahn übersteigt und eines oder mehrere Räder zum Stillstand kommen, während das Fahrzeug noch fährt. Das Rad dreht sich nicht mehr und rutscht stattdessen über den Asphalt, kann die Bewegungsenergie des Fahrzeugs nicht mehr in Bremsleistung umwandeln. Dies passiert am häufigsten bei starkem Bremsen, besonders auf Untergrund mit niedriger Reibung wie nasser Asphalt, Schotter oder Eis.

Die Physik des Blockierens ist einfach: Reibung hat eine Obergrenze. Der Haftreibungskoeffizient zwischen Reifen und trockenem Beton kann 0,9 erreichen, aber sobald ein Rad stillsteht, wirkt Gleitreibung, oft mit 0,7 oder weniger. Noch wichtiger: Ein blockiertes Rad kann nicht lenken. Ein blockiertes Vorderrad führt zum völligen Verlust der Fahrtrichtungskontrolle; ein blockiertes Hinterrad lässt das Fahrzeugheck seitlich ausbrechen und leitet ein Rutschen oder Drehen ein.

Warum Blockieren in der Praxis wichtig ist

Bei modernen Fahrzeugen mit Antiblockiersystem (ABS) wird Blockieren elektronisch verhindert, indem der Bremsdruck mehrfach pro Sekunde moduliert wird und die Räder an der Rutschgrenze gehalten werden, ohne sie zu überschreiten. Bei älteren Fahrzeugen ohne ABS führt Blockieren beim Notbremsen zu längeren Bremswegen und Verlust der Lenkfähigkeit. Schwere Lastwagen und Anhänger sind besonders anfällig, weil die Gewichtsverlagerung beim Bremsen die Hinterachsen entlastet und die Hinterräder blockieren können, bevor die Vorderräder ihre Griffgrenze erreichen.

Verschiedene Untergrundarten erzeugen unterschiedliche Blockierschwellen. Nasse Fahrbahn senkt den Reibungskoeffizienten um 30 bis 40 Prozent gegenüber trockenen Bedingungen. Schotter, Schnee und Eis senken ihn weiter. Der Reifenzustand spielt ebenfalls eine Rolle: Abgefahrenes Profil kann Wasser nicht abführen, senkt die Reibung und fördert Blockieren bei niedrigerem Bremsdruck. Bremsenfading durch Wärmeaufbau bei längerem Bremsen reduziert die Bremsleistung und kann auf der Nachachse sogar bei moderater Pedalbelastung zu Blockieren führen.

Der Begriff Blockieren wird manchmal auch außerhalb des Bremsbereichs verwendet: Bei Antriebssträngen wird ein Differenzialgetriebe mit Sperrwirkung als blockiert bezeichnet, wenn es beide Räder zwingt, mit gleicher Geschwindigkeit zu drehen und damit das Durchdrehen begrenzt. Bei Kompressoren und Pumpen beschreibt Blockieren mechanisches Festfressen oder Klemmen. Im Bremskontext bleibt Blockieren der Standardbegriff in der Fahrzeugtechnik, Nutzfahrzeugtechnik und im Motorsport.

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