Erzgang
Englisch: lode
Eine Ader mit Metallerz, die innerhalb bestimmter Grenzen oder innerhalb einer Spalte verläuft.
Lode: eine Erzader, aus der sich zuverlässig Erz abbauen lässt
Eine Lode ist ein blattförmiger Erzkörper, der eine Spalte oder Kluft im Gestein ausfüllt und auf beiden Seiten von Nebengestein begrenzt wird. Im Gegensatz zu verstreuten Erzlagerstätten hat eine Lode definierte Grenzen und kann systematisch abgebaut werden. Das Erz zieht sich als relativ durchgehender Streifen durch das Gestein, was den Abbau wirtschaftlich macht, wenn der Metallgehalt die Gewinnung rechtfertigt.
Loden entstehen, wenn heiße, mineralhaltige Fluide durch Risse in erkaltendem Gestein sickern. Durch den Temperatur- und Druckabfall fallen Metalle aus und lagern sich über geologische Zeiträume in der Spalte ab. Die Breite einer Lode kann von wenigen Zentimetern bis zu mehreren Metern reichen, und abbaubare Loden können sich über Hunderte von Metern vertikal und horizontal erstrecken. Gold, Silber, Kupfer, Zinn und Blei treten häufig in Loden auf, oft zusammen mit Quarz oder anderen Gangarten.
Der untertägige Abbau von Loden erfolgt typischerweise durch Abteufen eines Schachtes zur Erreichung der Ader, dann wird ein Stollen oder ein Querschlag getrieben, um diese zu durchteufen. Die Bergleute erschließen danach die Ader durch Arbeiten parallel zu den Aderwänden und schaffen so einen Arbeitsraum, den Abbau genannt. Das Erz wird in Bänken oder Scheiben gewonnen und zur Oberfläche transportiert. Die definierte Geometrie einer Lode ermöglicht es dem Bergmann zu wissen, wo er suchen muss, und erlaubt die planmäßige Anlage des Grubenbetriebes, im Gegensatz zu Tage- oder Seifenlagerstätten.
Loden können ausfallen, wenn der Erzgehalt stark absinkt, wenn die Ader auskeilt oder zu nichts wird, oder wenn sie auf Verwerfungen oder lastiges Nebengestein trifft. Bergmänner, die ins benachbarte Nebengestein fahren, verschwenden Zeit und Arbeit. Die Orientierung der Lode, der Fallwinkel und die strukturelle Standfestigkeit beeinflussen alle Abbaukosten und Sicherheit.
Der Begriff Lode ist älter als Ader in der Bergmannssprache und erscheint im 16. Jahrhundert in walisischen und kornischen Bergbau-Kontexten. Er ist heute oft gleichbedeutend mit Ader, obwohl manche Geologen Lode für metallhaltige Adern reservieren und Ader breiter verwenden. Der verwandte Begriff Lodestar bedeutete ursprünglich eine Richtlinie oder ein Maßstab, abgeleitet vom Bergbauwort Lode als eine zuverlässige, feste Bezugsmarke.