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Luftfahrttechnik

MARDI

Abkürzung für Mars Descent Imager, ein wissenschaftliches Messinstrument des Mars Science Laboratory an Bord des Rovers Curiosity auf dem Mars.

MARDI: Kamera, die Mars-Rover beim Landen beobachtet

MARDI steht für Mars Descent Imager, ein fest montiertes Kamerasystem an Bord von NASAs Curiosity-Rover, das während der angetriebenen Landephase in Betrieb ist. Es zeigt nach unten und erfasst Bilder der Marsoberfläche in den letzten Phasen von Eintritt, Abstieg und Landung (EDL) von einer Höhe von etwa 7 Kilometern bis zur Landung. Diese Echtzeitaufnahmen dienen sowohl technischen als auch wissenschaftlichen Zwecken: Ingenieure nutzen sie zur Validierung der Landeplatzkonditionen und der Abstiegsflugbahn, während Wissenschaftler direkte Beobachtungen des Geländes unmittelbar unter dem Landeort des Rovers erhalten.

Die Kamera selbst ist im Vergleich zu Curiositys Hauptinstrumenten eine relativ bescheidene Hardware. MARDI verfügt über einen 1,3-Megapixel-Bayer-CMOS-Sensor mit einer 1600 mal 1200 Pixel großen Matrix, ein 45-Millimeter-Objektiv und eine Pixelskalierung von etwa 2 Metern pro Pixel im Moment der Landung. Sie arbeitet mit Bildraten von bis zu 2 Bildern pro Sekunde während des kritischen Abstiegsfensters und speichert die Daten in einem internen Solid-State-Speicher. Das System ist auf der Unterseite des Rovers montiert und schaut durch ein Fenster in der Abstiegsstufe nach unten.

Warum MARDI in der Praxis wichtig ist

Landeplätze auf dem Mars bergen echte Gefahren: verstreute Steine, metergroße Felsbrocken, steile Hänge und staubige Schichten können einen Rover beschädigen oder zum Umkippen bringen. Orbitalaufnahmen vor der Landung haben eine begrenzte Auflösung und können Gefahren im Meterbereich oft nicht erkennen. MARDI schließt diese Lücke, indem es während des Abstiegs den ersten direkten, hochauflösenden Blick auf die tatsächliche Landezone bietet, wenn Kurskorrektionen noch möglich sind. Die Bilder dokumentieren auch Oberflächentextur, Farbverläufe und nahegelegene Merkmale, die die ersten Wochen des Roverbetriebs und die geologische Bewertung des Ortes unterstützen.

MARDIs Daten werden nach der Landung zur Erde heruntergeladen, typischerweise innerhalb von Stunden oder Tagen, je nach Kommunikationsfenstern mit Mars-Orbitern, die das Signal weitergeben. Die Kamera wird während der normalen Roverfahrt oder wissenschaftlicher Operationen nicht betrieben; sie ist ein einmaliges, einzweckgerichtetes Instrument, das seine Mission in diesen wenigen Abstiegsminuten erfüllt. Andere Mars-Lander wie Phoenix (2008) und zukünftige ExoMars-Missionen haben ähnliche Abstiegs-Kamerasysteme an Bord, was den anerkannten Wert dieses Ansatzes für die Oberflächenrisikobewertung und anfängliche Ortcharakterisierung widerspiegelt.

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