ablegen
Englisch: undock
Ein Raumschiff unter eigener Kraft von einer Andockstelle, einer Anlegestelle oder einer Befestigung ablösen.
Abdocken: Freigabe von einer festen Kopplungsstelle
Abdocken ist die kontrollierte Trennung eines Raumfahrzeugs oder Luftfahrzeugs von einer Dockingvorrichtung, Schleuse oder Andockvorrichtung, während das Fahrzeug die autonome Kontrolle über seinen eigenen Antrieb und seine Lage behält. Anders als eine einfache Ablösung beinhaltet Abdocken aktive Manöver weg von der Struktur, an die das Fahrzeug angekoppelt war, üblicherweise über einen Zeitraum von Sekunden bis Minuten.
In der Praxis setzt Abdocken mehrere Voraussetzungen voraus. Elektrische Stecker müssen in der richtigen Reihenfolge unterbrochen oder getrennt werden, um Funkenbildung oder Stromverlust in kritischen Phasen zu vermeiden. Fluidleitungen, die Kühlmittel, Treibstoff oder Lebenserhaltungsmedien führen, müssen gespült und verschlossen werden. Mechanische Riegel, Spannvorrichtungen oder magnetische Kupplungen, die die Fahrzeuge zusammenhalten, müssen auf kontrollierte Weise freigeben, oft sequenziert durch Bodenstation oder Bordcomputer, um Kollisionen oder Taumeln zu vermeiden.
Varianten und Anwendungsbereiche
Abdocken erfolgt in mehreren Luftfahrtumgebungen. Raumfahrzeuge, die sich von Raumstationen trennen (wie Soyuz-Module von der ISS), führen Abdock-Manöver mit ihren eigenen RCS-Triebwerken durch. Frachtfahrzeuge und bemannte Kapseln docken nach Andockperioden ab, die mehrere Wochen andauern können. In Atmosphärenoperationen können Flugzeuge von speziellen Schleppsystemen oder Bodenausrüstungen abdocken, die sie vorübergehend in Position halten. Der Begriff wird auch bei suborbitalen Fahrzeugtests verwendet, wenn Prototypfahrzeuge unter Antrieb von Testständen oder Montagegestellen trennen.
Der Vorgang ist gefährlich, weil die beiden Strukturen zur starren Kopplung entworfen wurden. Eine Trennung kann zu unerwarteten Kräften, Flüssigkeitsaustritte oder elektrischen Überspannungen führen, wenn die Sequenzierung fehlgeht. Bodenstationen und Bordabortsysteme überwachen Sensordaten während des Abdockens, um Anomalien zu erkennen. Die Relativgeschwindigkeit zwischen dem abfliegenden Fahrzeug und der feststehenden Struktur muss niedrig bleiben, üblicherweise unter 0,3 Meter pro Sekunde, um harten Kontakt oder Trümmererzeugung zu vermeiden.
Der Begriff Abdocken wird gegenüber "Ablösen" oder "Trennen" in der Raumfahrt bevorzugt, gerade weil er aktive, motorisierte Trennung unter der eigenen Kontrolle des Fahrzeugs impliziert und dies von passiver Entkopplung oder Freigabe eines angekoppelten Objekts unterscheidet. Dies spiegelt die kritische Unterscheidung zwischen einem Raumfahrzeug, das unabhängig manövrieren kann, und einem Objekt, das durch externe Mittel geborgen oder repositioniert werden muss, wider.