Fräsen
Englisch: milling
Verschiedene Schleif-, Schneid- oder Zerkleinerungsvorgänge mit verschiedenen Arten von Mühlen oder Fräsmaschinen.
Fräsen: rotative Zerspanung, die Metall, Getreide oder andere Materialien bearbeitet
Fräsen ist der Prozess, bei dem Material mit einem rotierenden Schneidwerkzeug von einem Werkstück entfernt wird. Das Schneidwerkzeug ist in der Regel ein mehrzahniges Werkzeug, das Fräser oder Fräswerkzeug genannt wird. Das Werkstück wird in einem Schraubstock eingespannt oder auf einen Tisch geklemmt, der sich in mehrere Richtungen relativ zur rotierenden Spindel bewegen kann. Diese kontrollierte Bewegung ermöglicht es dem Zerspaner zusammen mit dem drehenden Fräser, ebene Flächen, Nuten, Taschen und komplexe Konturen in Metall, Kunststoff, Holz oder Verbundwerkstoffe zu fräsen.
In der Metallzerspanung ist die häufigste Form das Vertikal- oder Horizontalfräsen auf einer Fräsmaschine. Eine Vertikalfräsmaschine hat die Spindelachse senkrecht zum Tisch; eine Horizontalfräsmaschine hat die Spindelachse parallel zur Tischoberfläche. Das Schneidwerkzeug dreht sich mit Drehzahlen zwischen typischerweise 100 und 3000 Umdrehungen pro Minute, je nach Fräserdurchmesser, Material und angestrebter Oberflächengüte. Der Vorschub, also die Geschwindigkeit, mit der das Werkstück in den Fräser vorgeschoben wird, muss sorgfältig abgestimmt werden: zu langsam riskiert Schleifen und schlechte Oberflächengüte; zu schnell riskiert Werkzeugbruch oder Rattern (Vibration, die Spuren auf dem Werkstück hinterlässt).
Varianten und Anwendung
Fräswerkzeuge gibt es in vielen Geometrien: Schaftfräser (Schneiden an der Spitze und an den Seiten), Schlitzfräser, Kugelfräser für Konturflächen und Stirnfräser für große ebene Flächen. CNC-Fräsmaschinen (computergesteuerte Fräsmaschinen) automatisieren die Positionierung und den Vorschub und ermöglichen präzise, wiederholbare Fertigung von Teilen mit komplexer Geometrie. Manuelle Fräsmaschinen erfordern einen erfahrenen Bediener, der Drehzahlen, Vorschübe und Werkzeugwege nach Augenmaß und Gefühl bestimmt. Beide Typen sind noch im aktiven Einsatz; manuelle Fräsmaschinen dominieren in Werkstätten und Werkzeugräumen, während CNC-Fräsmaschinen Großserienproduktion und komplexe Luft- und Raumfahrt- oder Automobilkomponenten bearbeiten.
Der Begriff Fräsen findet auch außerhalb der Metallbearbeitung Anwendung. Bei der GetreideVerarbeitung zermahlt eine Mühle Weizen, Mais oder andere Feldfrüchte zu Mehl oder Schrot. Bei der Mineralaufbereitung zerkleinert eine Mühle Erz oder Gestein, um wertvolle Minerale freizulegen. In jedem Fall ist das Prinzip ähnlich: ein rotierendes Werkzeug oder Medium zerlegt das Eingangsmaterial in kleinere, nutzbare Stücke. Die Zerspanungsvariante ist die präziseste und kontrollierte Anwendung dieser Prozessfamilie.
Häufige Probleme beim Metallfräsen sind Verschleiß des Werkzeugs, der die Schneidkante allmählich abstumpft und Werkzeugwechsel erforderlich macht; Aufbauschneide, bei der Material aus dem Werkstück am Fräser haftet und die Oberflächengüte verschlechtert; und Vibrationen durch unzureichende Maschinensteifigkeit oder Spannung. Die Wahl und Zuführung des Kühlschmierstoffs ist bedeutsam: Flutkühlung, Kühlschmierstoff durch die Spindel oder Minimalmengenschmierung (MQL) beeinflussen alle Werkzeuglebensdauer und Oberflächengüte. Die Kunst des Fräsens liegt darin, Drehzahl, Vorschub, Fräsergeometrie und Maschinenzustand in Einklang zu bringen, um genaue und wirtschaftliche Teile herzustellen.