PLC
Abkürzung für Programmable Logic Controller; eine speicherprogrammierbare Steuerung.
SPS: der Industrie-Computer, der die Maschinen steuert
Eine speicherprogrammierbare Steuerung ist ein robuster, spezialisierter Computer für die Kontrolle von Maschinen und Prozessen in Fabriken, Versorgungsanlagen und Betriebsstätten. Im Gegensatz zu einem Universalcomputer ist eine SPS dafür konstruiert, kontinuierlich in rauen Umgebungen zu arbeiten: extreme Temperaturen, Vibrationen, elektrische Störungen und Feuchtigkeit. Sie liest Eingaben von Sensoren und Schaltern ein, führt ein gespeichertes Programm aus und sendet Ausgaben an Motoren, Magnetspulen, Ventile und Anzeigelampen. Die Kernaufgabe ist Automatisierung: Ersatz oder Unterstützung der manuellen Steuerung und Entscheidungen in Echtzeit basierend auf den Rückmeldungen der Maschine.
Eine typische SPS besteht aus einem Prozessor, Speicher (sowohl für das Programm als auch für die Datenspeicherung) und Ein-/Ausgabemodulen, die zu Feldgeräten verbunden sind. Eingabemodule akzeptieren Signale von Druckgebern, Näherungsschaltern, Endschaltern und Drehgebern, normalerweise als digitale (Ein/Aus) oder analoge (0-10 Volt oder 4-20 Milliampere) Signale. Ausgabemodule steuern Relais, Halbleiterschalter oder analoge Ausgaben zur Kontrolle von Stellgliedern. Industrie-SPSen reichen von kleinen Einzelmodul-Einheiten für ein Dutzend Ein-/Ausgabepunkte bis zu großen Systemen mit Hunderten von Ein- und Ausgängen, verteilt auf mehrere dezentrale Racks.
Das Programm im Inneren wird üblicherweise in Kontaktplan geschrieben, einer grafischen Sprache, die einem Schaltschema ähnelt. Kontaktplan ist intuitiv für Elektriker und Techniker, die in Kategorien von Schaltkreisen und Logikgattern denken. Die meisten SPSen unterstützen auch strukturierten Text, Funktionsbausteine oder Anweisungslisten. Die Programmlogik läuft kontinuierlich ab, oft in Zyklen von 10 bis 100 Millisekunden, liest Eingaben, wertet Bedingungen aus und schreibt Ausgaben. Dieses deterministische, wiederholbare Verhalten ist entscheidend: Eine SPS muss in jedem Scanzyklus für den gleichen Eingabezustand die gleiche Ausgabe liefern, was ihr Verhalten vorhersehbar und sicher macht.
Häufige Probleme und Grenzen
Die Zykluszeit kann ein Engpass werden, wenn zu viele Berechnungen oder Kommunikation in einen Zyklus gepackt werden. Störsignale oder kritische Sensorsignale können zu fehlerhaften Ein-/Ausgabewerten führen, besonders wenn keine Filterung oder Entprellung im Programm angewandt wird. Netzwerk-SPSen, die über Ethernet kommunizieren, müssen gegen Industriestörungen und Cyber-Angriffe gehärtet werden. Programmlogik-Fehler, Timing-Rennbedingungen und schlecht gepflegte Backup-Batterien für Echtzeituhr sind häufige Ausfallquellen in eingesetzten Systemen.
Der Begriff "speicherprogrammierbare Steuerung" stammt aus den 1970er Jahren, als sie verdrahtete Relaislogik-Schaltschränke in Autofabriken ersetzte. Eine SPS ist grundsätzlich ein Relais-Ersatz: Statt Relais und Timer physisch zu verdrahten, um Steuerungslogik aufzubauen, schreibt man ein Programm. Heute bilden SPSen das Fundament der Industrieautomation und sind oft mit Überwachungsleitsystemen (SCADA) und höherwertigen Fertigungsleitsystemen (MES) vernetzt. In Prozessindustrien wie Chemie, Lebensmittel und Pharma arbeiten SPSen zusammen mit dezentralen Leitsystemen (DCS); in der diskontinuierlichen Fertigung orchestrieren sie Fließbänder und Roboterzellen.