modifiziertes Bitumen
Englisch: modified bitumen
Verbundplatten aus polymermodifiziertem Bitumen, oft verstärkt mit verschiedenen Arten von Matten oder Folien und teilweise mit Folien, Blechen oder Mineralgranulaten beschichtet.
Bitumenmodifikat: polymergehärteter Asphalt für Dach- und Abdichtungsarbeiten
Bitumenmodifikat ist bituminöses Material, üblicherweise Asphalt, dessen Eigenschaften durch die Beimischung von Kunststoffen vor der Verarbeitung verändert werden. Das Material wird auf Verstärkungsmatten oder -gewebe aufgebracht und dient zur Herstellung von Dach- und Abdichtungsbahnen. Die Polymere, meistens Styrol-Butadien-Styrol (SBS) oder ataktisches Polypropylen (APP), wandeln den Bitumen von einem spröden, temperaturempfindlichen Stoff in ein flexibles, dauerhaftes Verbundmaterial um. Diese Materialien werden in Fabriken als Rollware hergestellt, üblicherweise 1 bis 1,5 Meter breit und bis zu 20 Meter lang, und sind einsatzbereit für die Verarbeitung auf Gebäuden.
Die Verstärkungsschicht verleiht der Bahn ihre Tragfähigkeit und Formbeständigkeit. Polyester-, Glasfaser- oder Aramidfliese bieten Zugfestigkeit, während Filme aus Polypropylen oder Polyethylen verhindern, dass der Bitumen während der Verarbeitung und bei heißem Wetter abfließt oder durchhängt. Manche Bahnen sind mit Mineralgranulaten wie Schiefer- oder Keramikchips oberflächenbehandelt, die den Bitumen vor UV-Degradation schützen und die Brandschutzklasse verbessern. Andere sind mit einer Schutzfolie abgedeckt, die während der Verarbeitung entfernt wird.
Verarbeitung und Leistung
Bitumenmodifikat-Bahnen werden auf Dachunterlagen üblicherweise durch Wärmezufuhr (Flammschweißung), selbstklebende Rückseite oder werksseitig aufgebrachte Schmelzklebstoffe befestigt. Überlappende Nähte werden dann wärmeverschweißt oder druckversiegelt, um eine durchgehende wasserdichte Schicht zu bilden. SBS-modifizierte Sorten bieten größere Flexibilität bei niedrigen Temperaturen und bessere Rückfederung nach Stoßbelastung, während APP-modifizierte Bahnen höhere Temperaturen und chemischen Angriff besser vertragen. Auf einem typischen gewerblichen Flachdach halten Bitumenmodifikat-Bahnen bei sachgemäßer Verarbeitung und Wartung 15 bis 20 Jahre.
Typische Ausfallarten sind Nahtablösungen bei unvollständigen Verschweißungen, Granulatverlust und Substratabhebungen bei vorzeitiger Materialverschlechterung sowie Risse an Spannungspunkten, wenn die Unterkonstruktion sich bewegt oder übermäßig verformt. Das Material ist auch anfällig für Durchstöße und Abrieb während der Verarbeitung und Begehung, weshalb Begehungsmatten häufig über stark belasteten Bereichen vorgesehen werden.
Der Begriff modifiziert unterscheidet diese Bahnen von älteren Bitumendächern, die aus abwechselnden Schichten von Asphalt und Filz bestehen und vor Ort mit heißem, aus Kesseln aufgestrichenen Bitumen verlegt werden. Bitumenmodifikat entstand in den 1980er und 1990er Jahren als schnellere und gleichmäßigere Alternative. Es nimmt bezüglich Kosten, Reparierbarkeit und Dauerhaftigkeit eine Mittelstellung zwischen klassischen Bitumendächern und Einschicht-Kunststoffbahnen wie PVC und TPO ein und bleibt die Standardlösung für viele Sanierungen und neue Projekte im Hochbau, besonders in gemäßigten Klimazonen.