Lokschuppen
Englisch: motive power depot
Ein Ort, an dem Lokomotiven untergestellt, gewartet und instand gesetzt werden.
Lokomotivbetriebswerk: Lokschuppen und Werkstatt
Ein Lokomotivbetriebswerk ist eine Eisenbahnanlage, in der Lokomotiven zwischen ihren Einsätze abgestellt, gewartet und repariert werden. Es funktioniert gleichzeitig als Garage und Werkstatt und ist mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet, um die Maschinen betriebsbereit zu halten. Das Werk liegt im operativen Zentrum einer Eisenbahnstrecke oder Region und kümmert sich um alles von der routinemäßigen Reinigung und Betriebsstoffnachfüllung bis zu umfassenden Überholungen.
Ein typisches Lokomotivbetriebswerk besteht aus mehreren unterschiedlichen Bereichen. Lokomotivschuppen bieten überdachte Abstell- und Unterstellplätze für die Lokomotiven mit mehreren parallel verlaufenden Gleisen für die gesamte Flotte. Wasserkräne, Treibstoffpumpen und Aschefallgruben ermöglichen schnelle Abfertigungen zwischen den Einsätzen. Ein separater Werkstattteil ist mit Hebezeug, Maschinen und Werkbänken für Kontrollen, Einstellungen und Reparaturen ausgestattet. Viele Werke unterhalten zudem ein Lager für Ersatzteile, Schmierstoffe und Verbrauchsmaterial. Größere Betriebswerke beschäftigen über fünfzig Mitarbeiter, darunter Mechaniker, Elektriker, Kesselschmiede und Hilfsarbeiter.
Das Leistungsspektrum in einem Lokomotivbetriebswerk ist breit gefächert. Zu den täglichen Aufgaben gehören das Entleeren der Rauchrohrasche, das Auffüllen von Wasser- und Treibstofftanks, die Überprüfung von Bremsanlagen und die Schmierung beweglicher Teile. Bei regelmäßigen Untersuchungen werden Kesselrohre ausgebaut und kontrolliert, Ventile überholt und Vakuum- oder Druckluftbremssysteme geprüft. Dampflokomotiven erfordern die meiste Arbeit; Diesel- und Elektrolokomotiven reduzieren den Aufwand, erfordern aber zusätzliche Fachkenntnisse in der Elektrodiagnose. Eine umfangreiche Generalüberholung, die alle mehrere Jahre durchgeführt wird, kann die komplette Demontage des Triebwerks und des Kessels bedeuten.
Standort und Logistik
Ein Lokomotivbetriebswerk liegt üblicherweise an einem wichtigen Bahnknoten, an einem Kopfbahnhof oder bei einer Rangierstelle, wo sich Lokomotiven auf natürliche Weise konzentrieren. Zugang zu Wasserquellen und Kohle- oder Treibstofflagerplätzen ist unerlässlich. Das Werk muss so nah bei den Verkehrsströmen liegen, dass Lok-Bewegungen zwischen Einsatz und Werk nicht zu viel Zeit und Strecke verbrauchen. Eine kleine Nebenbahn kann einen einfachen Schuppen mit wenigen Mitarbeitern haben; ein Industriezentrum beherbergt möglicherweise ein großes Betriebswerk mit mehreren Werkstätten, die Dutzende Lokomotiven unterschiedlicher Baureihen betreuen.
Der Begriff "Lokomotivbetriebswerk" wurde im 20. Jahrhundert zur Standard-Bezeichnung in der britischen Eisenbahnfachsprache, während amerikanische Eisenbahnen ähnliche Anlagen häufig "Roundhouse" oder "Engine House" nannten. Das Wort "Betriebswerk" betont die Rolle der Abstellung und Versorgung und unterscheidet sich von einer Lokomotivfabrik, die neue Maschinen herstellt. Ein Lokomotivbetriebswerk ist grundsätzlich eine Verwaltungs- und Wartungsstätte für Fahrzeuge im Linienverkehr, nicht deren Erbauer oder Konstrukteur.