Zugkraft
Englisch: motive power
Die Lokomotiven oder andere angetriebene Einheiten, die auf einer Eisenbahn verkehren.
Antriebskraft: die Lokomotiven, die die Last ziehen
Antriebskraft im Eisenbahnbetrieb bedeutet die Lokomotiven und angetriebenen Schienenfahrzeuge, die die Zugkraft zum Bewegen von Zügen bereitstellen. Das ist die aktive, motorisierte Hälfte jedes Zugverbands, im Gegensatz zu den passiven Wagen, die dahinter gezogen werden. Bei Güterbahnen ist eine Dieselhydraulik-Lokomotive mit einer Leistung von 3.000 bis 4.400 PS das Rückgrat der Antriebskraft. Im Personenverkehr sieht man möglicherweise elektrische Triebzüge, bei denen jeder Wagen mit Motoren ausgestattet ist, oder spezialisierte Personenlokomotiven, die an kraftlose Wagen gekuppelt sind.
Der Begriff umfasst Dieselhydraulik- und Elektrolokomotiven gleichermaßen sowie Dieselhydraulik-Einheiten, die auf Industriebahnen und Rangiervorgängen gebräuchlich sind. Selbstfahrende Schienenfahrzeuge im Personenverkehr, bei denen Motor und Fahrgastbereich im selben Fahrzeug untergebracht sind, zählen ebenfalls als Antriebskraft. Die Stromquelle variiert je nach Strecke: Einige Güterbahnen verlassen sich ganz auf Diesel, während elektrifizierte Stadt- und Fernverkehrsnetze von Stromabnehmer gespeiste Wechsel- oder Gleichstromsysteme nutzen. Industriebahnen können für leichte Arbeiten batterieelektrische oder sogar benzinbetriebene Einheiten einsetzen.
Verfügbarkeit und Einsatz
Das Verhältnis von Antriebskraft zu Wagen bei jeder Eisenbahn spiegelt ihr Verkehrsmuster und ihre Flottenstategie wider. Eine Güterbahn könnte eine Lokomotive auf je 15 bis 25 Wagen ihres Bestands vorhalten, während der Personenverkehr näher an einer pro 8 Wagen läuft, weil die Umschlaggeschwindigkeit höher und die Auslastung besser ist. Antriebskraft steht zwischen den Einsätzen still, verbraucht Kraftstoff oder Elektrizität, ob sie fährt oder stillsteht, und benötigt planmäßige Wartung, um die Haftung und Zugkraft in gutem Zustand zu halten.
Wenn die Antriebskraft ausfällt, bleiben Züge stehen. Ausfallursachen sind verstopfte Kühler, Verschleiß von Generatorbürsten, Haftungsverlust auf nassem oder verschmutztem Gleis und Leckagen in der Bremsanlage. Der Begriff wird auch verwaltungstechnisch genutzt: Die Antriebskraft-Abteilung einer Eisenbahn verwaltet Beschaffung, Wartungsdepots, Personalplanung sowie Treibstoff- oder Stromversorgungslogistik. In früherer Verwendung umfasste der Begriff Dampflokomotiven mit ihren Heizern; die Sprachregelung blieb bestehen, nachdem Diesel und Elektrizität übernahmen, weil die funktionelle Rolle identisch blieb.