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Glas und Keramik

Muff

Englisch: muff

Ein geblasener Glaszylinder, der anschließend zu einer Glasplatte flachgedrückt wird.

Muff: ein ausgeblasener Glaszylinder zur Herstellung von Scheiben

Ein Muff ist ein hohler Glaszylinder, der durch Blasen von Luft in geschmolzenes Glas entsteht, typischerweise 4 bis 6 Fuß lang und 12 bis 18 Zoll im Durchmesser. Er wird dann aufgeschnitten und flach gepresst, um Fensterscheiben oder andere ebene Glasprodukte herzustellen. Dies war vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert die dominierende Methode zur Herstellung von Flachglas, bis mechanische Verfahren wie die Fourcault- und Libbey-Owens-Methode sie ersetzten.

Der Glaser sammelt einen Tropfen geschmolzenes Glas auf einer Glasmacherpfeife und bläst es in eine ungefähr zylindrische Form. Der Zylinder wird in Bewegung gehalten und erneut erhitzt, um ungleichmäßiges Abkühlen und Risse zu vermeiden. Sobald der Muff genug abgekühlt ist, um seine Form zu halten, aber noch formbar ist, verwendet der Glaser ein heißes Eisen oder eine Flamme, um eine Linie längs einzuritzen, dann spaltet er ihn der Länge nach auf. Der noch warme Zylinder wird dann flach auf einen Kühlofen oder eine Kühlplatte gelegt, manchmal mit Gewichten beschwert, und darf beim Abkühlen von selbst flach werden.

Das resultierende Flachglas aus einem Muff ist in der Dicke ungleichmäßig, typischerweise 1/16 bis 3/32 Zoll, mit sichtbaren Oberflächenschwankungen und gelegentlichen Blasen oder Steinen. Die Kanten sind rauh und müssen beschnitten werden. Diese Scheiben wurden nach Qualität sortiert: die besten gingen in hochwertige Fenster, während minderwertige Stücke für weniger anspruchsvolle Anwendungen verwendet oder umgeschmolzen wurden. Die Struktur von Muffglas, besonders seine feinen Wellen und leichten Verformungen, wurde in der Restaurierung und historischer Architektur geschätzt.

Muffglas in der Praxis

Die Muffherstellung erforderte Fachkräfte und war arbeitsintensiv: ein Team von Glasmachern konnte an einem Arbeitstag 100 bis 150 Scheiben produzieren. Der Prozess unterlag vielen Variablen, besonders der Geschicklichkeit des Bläsers und der Zusammensetzung der Glassatzmischung. Butzenscheiben, nach einem verwandten Verfahren hergestellt, bei dem der ausgeblasene Zylinder zu einer Scheibe gesponnen statt flach gepresst wurde, konkurrierten mit Muffglas für Fensteranwendungen und brachten oft höhere Preise, weil sie gleichmäßiger waren.

Der Begriff Muff bleibt in der Glasmachervokabel und in der Restaurierung erhalten, wo Spezialisten oft erkennen können, ob ein altes Glasteil nach der Muffmethode, dem Butzenscheiben-Verfahren oder später mittels mechanischem Walzen hergestellt wurde. Für die Denkmalsanierung erfordert die Beschaffung von historisch angemessenem Muffglas entweder Bergung aus Altbauten oder eine Bestellung bei den wenigen verbliebenen Handwerkern, die noch das Handwerk beherrschen.

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