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Glas und Keramik

Whimsy

Englisch: whimsy

Die Stütze, die ein fertiggestelltes Stück beim Ablösen von der Punteisen schützt.

Whimsy: Der Schutzrand am Pontil

Ein Whimsy ist ein Rand oder eine Manschette aus Glas, die sich an der Stelle bildet, wo ein fertiges Werkstück auf den Pontil trifft, den Eisenstab, der das Werk während der Endfertigung und des Glühens hält. Während der Glasmacher das heiße Werkstück bearbeitet, fließt geschmolzenes Glas natürlicherweise dorthin, wo der Pontil den Körper berührt, und erzeugt eine raue Verbindungsstelle. Der Whimsy schützt diese anfällige Naht und die fertige Oberfläche, wenn das Werkstück in den Glühofen transferiert oder zum Abkühlen abgelegt wird. So wird verhindert, dass das freigelegte Glas darunter zu schnell abkühlt oder unter Spannung reißt.

Der Whimsy wird absichtlich vom Gaffer geformt, der beim Auftragen des Werkstücks auf dem Pontil einen kleinen Glastropfen direkt über die Kontaktstelle aufträgt. So entsteht eine glatte, beabsichtigte Überganszone. Die Dicke variiert je nach Größe und Gewicht des Werkstücks; größere Behälter benötigen einen dickeren, stabileren Whimsy, um die Spannung beim Aufhängen und Bewegen zu verteilen, ohne zu früh abzureißen oder beim Entfernen zu fest zu sitzen.

Wenn das Werkstück vom Pontil entfernt werden soll, wird der Whimsy entweder durch kontrolliertes Abkühlen und sanftes Anklopfen sorgfältig getrennt, oder er bricht sauber ab, wenn er korrekt geformt wurde. Bei der Serienproduktion wird der Whimsy als Opferglas betrachtet, das bewusst verschwendet wird, um das verkäufliche Werkstück zu schützen. Bei handgeblasener Arbeit, besonders bei Kunstglas, kann der Whimsy als bewusstes Gestaltungselement oder Signatur erhalten bleiben und ist an der Basis oder dem Rand des fertigen Objekts sichtbar.

Der Begriff kommt hauptsächlich in britischen und europäischen Glasmachertraditionen vor. In der nordamerikanischen Praxis wird er seltener verwendet; dort beschreiben Glasmacher das gleiche Merkmal als Teil der allgemeinen Pontilspur oder sprechen einfach vom Glashals an der Kontaktstelle. Der Name leitet sich wahrscheinlich von seinem etwas verschmitzten oder ornamentalen Aussehen ab, wenn es sichtbar gelassen wird, doch diese Etymologie ist in der Fachliteratur nicht formal dokumentiert.

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