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Glas und Keramik

Merese

Englisch: merese

Flacher, scharfkantiger Knopf, oft scheibenförmig, der den Schaft eines Trinkglases vom Fuß trennt.

Merese: die Glasscheibe zwischen Schaft und Fuß

Eine Merese ist eine kleine, abgeflachte Scheibe oder ein Knopf aus Glas, der sich an der Verbindungsstelle zwischen dem Schaft eines Trinkglases und seinem Fuß befindet. Sie erfüllt sowohl konstruktive als auch optische Funktionen: Sie verteilt die Last dort, wo zwei separate Glasteile zusammengefügt sind, und schafft einen visuellen Bruch im Glasprofil. Die Merese ist typischerweise breiter als der Schaft selbst, manchmal 40 bis 60 Millimeter im Durchmesser bei größeren Gläsern, wobei sie bei zarten Stücken kaum 20 Millimeter breit sein kann.

In der traditionellen Glasherstellung erscheint die Merese auf Gefäßen mit Schaft, die durch das Zusammenfügen von einzeln gefertigten Komponenten entstanden sind: Kelch, Schaft und Fuß werden einzeln hergestellt und dann durch Wärmezufuhr miteinander verschmolzen. Die Merese wirkt als Verstärkung an der kritischen Verbindungsstelle und reduziert die Spannungskonzentration dort, wo der schmale Schaft sonst direkt auf den breiteren Fuß träfe. Ohne sie wird die Verbindung zu einer schwachen Stelle, die anfällig für Risse unter Temperaturschock oder mechanischer Belastung ist. Deshalb finden sich Meresen besonders häufig auf handgefertigten Gläsern und auf Stücken, die für häufigen Gebrauch bestimmt sind.

Die Merese kann einfach und scharfkantig sein, auf beiden Flächen flach geschliffen, oder leicht gewölbt und glatt poliert. Manche dekorativen Ausführungen zeigen Schliff-, Form- oder Musterarbeiten. Die Qualität der Merese gibt oft Aufschluss über die Herstellungsstandards: Eine gut verarbeitete Merese deutet auf Sorgfalt in der gesamten Produktion hin, während eine raue oder beschädigte auf mangelhafte Verarbeitung oder Gebrauchsspuren hinweist.

Der Begriff stammt aus dem Italienischen merése und spiegelt das Vokabular der venezianischen Glashersteller wider, die diese Technik verfeinerten. Die Merese wurde ab dem siebzehnten Jahrhundert zu einem Standardmerkmal bei englischen und europäischen Glaswaren, besonders bei Weingläsern und Kelchen. Sie bleibt ein aussagekräftiges Merkmal zur Datierung und Bewertung von antiken Gläsern: Ihre Präsenz, Proportionen und Oberflächenbearbeitung helfen, die Epoche, Herkunft und den angestrebten Markt eines Stücks zu identifizieren.

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