ND
Abkürzung für Navigation Display.
ND: die kombinierte Navigationskarte und Instrumentenanzeige des Piloten
Die Navigationskarte ist ein Cockpitinstrument, das Positionsdaten, Kompasskurs und Flugpfad in einem einzigen visuellen Format zusammenfasst. Bei modernen Flugzeugen sitzt sie neben dem primären Fluglageanzeiger und zeigt eine Plandarstellung (Draufsicht) der Flugzeugposition relativ zu Wegpunkten, Luftstraßen und Gelände. Im Gegensatz zu älteren Horizontalsituationsindikatoren integriert die ND GPS-, Trägheitsnavigations- und funkgestützte Positionierungsdaten, um Echtzeitlagebilder zu zeigen, besonders in der Reiseflugleitung und in Anflugphasen.
Die Anzeige aktualisiert sich typischerweise 2- bis 4-mal pro Sekunde, je nach Avionikanlage. Piloten können verschiedene Kartenmaßstäbe wählen, meist zwischen 10 und 640 Seemeilen vom Flugzeugmittelpunkt, und die Anzeige im Kursaufmodus (Flugzeugnase oben) oder Bahnaufmodus (Flugrichtung oben) drehen. Die ND überlagert aktive Flugplandaten wie den aktuellen Wegpunkt, nächsten Wegpunkt und seitliche sowie vertikale Abweichungen von der geplanten Route. Viele NDs zeigen auch Wetterradarechos, Verkehrsleitinformationen und Luftraumgrenzen, wenn diese Systeme verfügbar sind.
Typische Ausfallarten und Wartungsaspekte
Eine Verschlechterung der ND entsteht oft durch lockere Koaxialstecker zwischen Anzeigeeinheit und Avionikbus, was zu zeitweiligem Signalverlust oder Anzeigeausfall führt. Flüssigkristallanzeigedisplays älterer NDs leiden unter Hintergrundbeleuchtungsschwächung nach mehreren tausend Betriebsstunden. Moderne NDs verwenden LCD- oder OLED-Technologie mit Festkörperbauweise, aber Bildschirmrisse durch Stoß oder Vibration treten gelegentlich auf. Der Verlust von Positionsdaten von vorgelagerten Systemen (vom Trägheitsreferenzsystem oder integrierter modularer Avionik) führt dazu, dass die ND eine Flagge anzeigt oder in den Koppelnavigationsmodus zurückfällt, was die Routenüberwachung unzuverlässig macht.
Der Begriff 'Navigationskarte' entstand in den 1980er Jahren, als Hersteller vom mechanischen Horizontalsituationsindikator zu elektronischen Anzeigen übergingen, die mehrere Datenquellen verbinden konnten. Honeywell, Rockwell Collins und Garmin sind Hauptlieferanten für Handels- und Geschäftsflugzeuge. Regionale Turboprops nutzen oft vereinfachte Versionen mit weniger Kartenschichten, während große Transportflugzeuge duale NDs mit unabhängigen Datenströmen zur Redundanz einsetzen.
Bei der Fehlersuche überprüfen Wartungstechniker die ND-Funktion durch eingebaute Testausrüstung (BITE) und vergleichen angezeigten Kurs und Position mit bekannten Referenzwerten. Eine Abweichung zwischen ND und anderen Instrumenten deutet auf eine fehlgeschlagene ND-Einheit oder verfälschte Daten aus der Navigationsquelle hin. Rekalibrierung oder Neuprogrammierung ist bei fehlgeschlagenen Einheiten selten erforderlich; der Austausch ist das Standardvorgehen.