Nogging
Englisch: nogging
Ein horizontaler Balken in der Gebäudekonstruktion, besonders zur Verstärkung von aufrechten Pfosten.
Nogging: Holzverband, der hölzerne Rahmen ausfüllt und verstärkt
Nogging ist das Ausfüllmaterial, Holz, Stein oder anderes Material, das zwischen den vertikalen und horizontalen Hölzern eines Holzrahmens eingefügt wird, um strukturelle Stabilität und Witterungsschutz zu bieten. Im eigentlichen Zimmermannssinne bezieht sich der Begriff speziell auf die horizontalen Holzbalken, die zwischen vertikalen Pfosten oder Ständern laufen und ein Gitter bilden, das Verformung unter Schubbelastung verhindert und der Konstruktion Steifigkeit verleiht.
Im traditionellen Fachwerkbau erfüllt Nogging eine doppelte Funktion: Es verstärkt das hölzerne Skelett durch Lastverteilung über den Rahmen und schließt die Lücken zwischen den Hölzern gegen Wind und Wetter ab. Der Begriff umfasst sowohl die strukturelle Funktion als auch das Material, das sie erfüllt. Stein-Nogging, häufig in georgianischen und viktorianischen Bauten, liegt bündig mit oder versetzt hinter dem Holzgitter. Holz-Nogging, typischer für mittelalterliche und Tudor-Arbeiten, besteht aus horizontalen Schienen, die in die Ständer gezapft oder mit Keilen befestigt sind.
Nogging bei der Rahmengestaltung
Der Abstand und die Dimensionierung von Nogging hängen vom Lastfall und der Spannweite ab. In schweren Holzrahmen kann Nogging 15 bis 30 cm tief sein (gemessen senkrecht zur Rahmenseite) und in Abständen von 1 bis 1,2 m vertikal angeordnet sein. Die horizontalen Glieder selbst sind typischerweise 10 bis 15 cm tief und 7 bis 10 cm dick, an beiden Enden in die vertikalen Pfosten gezapft. Unzureichendes Nogging oder Holzfäule schafft Schwachstellen: Der Rahmen kann sich verformen und Wassereintritt beschleunigt die Fäulnis in den strukturellen Hölzern oberhalb und unterhalb der Lücke.
Der Name leitet sich wahrscheinlich von der Vorstellung ab, etwas auszufüllen oder zu verstopfen (verwandt mit dem Verb "nog", was ausfüllen oder blockieren bedeutet). In der modernen Holzrahmenkarpenterie gelten die Prinzipien weiterhin: Verformung verhindern und die Außenhaut schließen sind unverzichtbar. Moderne Holzrahmenbauer verwenden oft diagonale Versteifungen oder starre Verschalung anstelle von Nogging, aber die horizontalen Glieder, die den Rahmen zusammenhalten, werden manchmal immer noch Nogging-Schienen genannt.
Bei der Inspektion oder Instandhaltung von Fachwerkgebäuden ist der Zustand des Nogging entscheidend. Fehlendes oder bröckelndes Stein-Nogging setzt den Rahmen Wasser- und Schädlingsschäden aus. Holz-Nogging, das ausgetrocknet und verzogen ist, hinterlässt Risse, die zu Zugluft und Fäulnis führen. Ersatz-Nogging muss dem Original in Material und Technik entsprechen; die Verwendung moderner Materialien oder Methoden bei historischen Arbeiten kann Feuchte einschließen und das Strukturholz schneller verschlechtern.