Erzzug
Englisch: ore car
Ein offener Schüttgüterwagen aus schwerem Material zum Transport dichter Erze, die üblicherweise durch eine oder mehrere Entladerohre geleert werden.
Erzbahn: schwerer Güterwagen zum Transport von Gestein und Metall auf Schienen
Ein Erzbahn ist ein Eisenbahnwagen mit verstärkten Seitenwänden und Boden, der zum Transport dichter Mineralladungen von der Grube zur Hütte oder zu Verarbeitungsanlagen ausgelegt ist. Die offene Oberseite ermöglicht das direkte Beladen durch Schaufel, Förderband oder Eimer, und der Wagen sitzt normalerweise tief am Gleisbett, um die Schwerpunktlage bei starkem Beladungszustand stabil zu halten. Gewichte pro beladener Wagen überschreiten üblicherweise 100 Tonnen, daher müssen Rahmen, Achsen und Kupplungssysteme in industrieller Festigkeit ausgeführt sein.
Der Standard-Erzbahn entleert sich durch Schieber oder Trichter im Boden, gravitativ in Lagerbunker oder auf sekundäre Fördersysteme. Wagen für Eisenerz, Kupfererz und Schotter folgen ähnlichen Prinzipien, unterscheiden sich aber in Bodenneigung und Schieberkonstruktion. Ein steiler Trichterwinkel von 40 bis 50 Grad gewährleistet schnelle Entladung frei fließender Materialien, während feuchte oder klebrige Erze Vibrationsmechanismen erfordern können, die am Wagenboden angebracht sind, um Brückenbildung aufzubrechen.
Ausführung und Varianten
Erzwagen werden aus Baustahl und Strukturprofilen gefertigt, oft in 8 bis 12 mm Dicke an Boden und Seitenwänden, um Stoß und Verschleiß zu widerstehen. Seitenpfosten sind an Eckstützen verschraubt oder verschweißt, die am Stahlunterbau verankert sind. Der Bodentrichter ist ein kegel- oder V-förmiger Bereich, der Material zu den Entladesöffnungen konzentriert. Innere Verschleißschutzbleche aus austauschbarem Stahlblech oder Keramik verlängern die Betriebsdauer in hochbelasteten Anwendungen wie Steinbruchbetrieb oder magnetische Aufbereitungsanlagen.
Die Kapazität reicht von 20 bis 100 Kubikmeter, und der Wagen ist auf die Zugkraft der Lokomotive sowie auf Spurweite und Steigung der Eisenbahnanlage abgestimmt. In Gebirgsbetrieben können Erzwagen in Zügen von fünf oder mehr Wagen auf Steigungen unter 2 Prozent gekuppelt werden; steilere Abschnitte erfordern leichtere Lasten oder Zahnradbahnen. Der Raddurchmesser beträgt typischerweise 660 bis 860 mm, um angemessene Lagerspiele und Fahrstabilität auf rauem Industrialgleis zu bieten.
Der Begriff Erzbahn ist spezifisch für die Rohstoffindustrien; breitere Verwendung bevorzugt Trichterwagen oder Hochbordwagen für Getreide, Kohle oder Zuschlagstoffe. Einige Eisenbahnen unterscheiden zwischen Bodenkipwagen (Trrichterschieber) und Seitenkippwagen (kippbare oder angelenkte Seitenwände), letztere sind für Erz jedoch weniger verbreitet, da Vibrationen bei Dauerlast Seitenwände lockern können. Wartung konzentriert sich auf Schieberdichtungen, Achsenschmierung und Rostschutz in feuchtem Klima.