Biasband
Englisch: bias tape
Schmales Stoffband, schräg zur Webrichtung zugeschnitten für höhere Elastizität, verwendet zum Anfertigen von Paspeln, Kanteneinfassungen und Saum-Abschlüssen.
Schrägband: diagonal zugeschnittener Stoffstreifen für flexible Kantenverarbeitung
Schrägband ist ein schmaler Stoffstreifen, in der Regel 0,5 bis 2 Zoll breit, das in einem 45-Grad-Winkel zur Fadenrichtung des Gewebes zugeschnitten ist. Diese diagonale Ausrichtung ermöglicht es dem Band, sich um ein Vielfaches stärker zu dehnen und zu flexionieren als ein parallel zur Fadenrichtung zugeschnittener Streifen. Diese Dehnungseigenschaft macht Schrägband unverzichtbar: Es passt sich glatt an Kurven, Ecken und unregelmäßige Kanten an, ohne zu kräuseln oder zu beulen.
Das Band wird hauptsächlich zur Verarbeitung von Rohkanten, zum Einfassen von Nähten und zur Erstellung von Paspeln an Kleidungsstücken, Polstermöbeln, Gardinen und anderen genähten Waren verwendet. Beim Anbringen an einer Kante wird es umgelegt und auf beiden Seiten festgenäht, wodurch die rohen Fasern eingeschlossen werden und eine professionelle, dauerhafte Verarbeitung entsteht. Bei Kurven besonders ermöglicht die Dehnbarkeit des Schrägschnitts eine gleichmäßige Spannung, während das Band dem Verlauf folgt, ohne den darunter liegenden Stoff zu verformen.
Schrägband ist in einfach und doppelt umgelegten Varianten erhältlich. Einfach umgelegtes Band wird einmal längs gefaltet, während doppelt umgelegtes Band zweimal gefaltet ist, mit Rohkanten im Inneren, so dass es direkt ohne zusätzliches Umfalten angebracht werden kann. Fertig konfektioniertes Schrägband aus Baumwolle, Polyester und Mischgeweben wird in Hunderten von Farben und Mustern hergestellt. Individuelles Schrägband kann aus Dekorationsstoffen hergestellt werden, indem Streifen diagonal zugeschnitten und umgelegt werden.
Schrägband kann beim Nähen verrutschen oder sich verschieben, wenn es nicht straff und glatt gehalten wird. Ein zu starkes Dehnen des Bandes während des Anbringens führt zu Welligkeit; zu wenig Spannung lässt Falten entstehen. Bei sehr engen Kurven oder Ecken unter 90 Grad muss das Band sorgfältig eingelegt und bearbeitet werden, um Kräuselungen zu vermeiden. Das Pressen (Bügeln) vor und nach dem Nähen ist unerlässlich, um die Falzlinien zu setzen und sicherzustellen, dass die fertige Einfassung flach liegt.
Der Begriff Schrägband stammt aus der diagonalen Ausrichtung selbst. In der Textilterminologie ist die Schräge jede diagonale Linie über ein Waffengewebe; der 45-Grad-Winkel stellt die wahre Schräge dar, bei der die Dehnbarkeit am größten ist. Diese Eigenschaft hat Schrägband seit mindestens dem frühen 20. Jahrhundert zum Standard für die Kantenverarbeitung in der Konfektion, Polsterung und beim Einfassen gemacht.