Picocell
Englisch: picocell
Ein Funkkommunikationssystem für kleine Bereiche wie ein einzelnes Büro oder einen Bahnhof, häufig zur Erweiterung der Mobilfunkabdeckung in Innenräumen verwendet, wo Signale nur schlecht eindringen.
Picocell: winzige Basisstation für Funklöcher
Eine Picocell ist eine energiesparende Mobilfunkbasisstation, die einen kleinen Bereich abdeckt, typischerweise mit einem Radius von 50 bis 200 Metern. Sie funktioniert, indem sie schwache oder fehlende Signale aus dem Hauptnetz empfängt und diese mit voller Stärke in einem begrenzten Bereich neu ausstrahlt. Das macht sie nützlich für Gebäude, Tunnel, Züge oder andere Orte, wo herkömmliche Funktürme keine zuverlässige Abdeckung bieten. Die Ausrüstung selbst ist kompakt, oft in einem Gehäuse in der Größe eines Desktop-Routers untergebracht, und verbindet sich mit dem Mobilfunknetz über einen Backhaul, entweder drahtgebunden (Glasfaser, Kupfer oder Mikrowelle) oder zunehmend über eine Standard-Internetverbindung.
Picocells unterscheiden sich von Femtozellen und Makrozellen vor allem durch ihren Abdeckungsradius und ihre Sendeleistung. Eine Femtozelle deckt etwa 10 bis 50 Meter ab und versorgt ein einzelnes Haus oder kleines Büro; eine Picocell bedient mehrere gleichzeitige Nutzer über ein größeres Gebiet; eine Makrozelle ist ein herkömmlicher Funkturm mit Reichweite von mehreren Kilometern. Picocells senden typischerweise mit 20 bis 24 Dezibel-Milliwatt, Femtozellen mit 17 bis 20 dBm. Die Wahl zwischen diesen Kategorien hängt von der Größe des abzudeckenden Bereichs und der erwarteten Nutzerdichte ab.
Installation und Wartung
Die Installation einer Picocell erfordert Zugang zu zuverlässigem Backhaul und einen geeigneten Montageort, häufig an einer Innenwand, abgehängten Decke oder einem Mast. Das Gerät muss so positioniert werden, dass Interferenzen mit benachbarten Picocells vermieden werden, die im gleichen Spektrum wie Standard-Mobilfunknetze arbeiten; eine Abstimmung mit dem Netzbetreiber verhindert Probleme bei der Übergabe und Verbindungsabbrüche. Ein einzelnes Picocell-Gerät kostet je nach Hersteller und Ausstattung typischerweise zwischen eintausend und mehreren tausend Euro, hinzu kommen Kosten für Installation, Integration und laufendes Netzwerkmanagement.
Häufige Ausfälle entstehen durch schlechte Backhaul-Qualität, die zu Verbindungsabbrüchen und langsamen Datengeschwindigkeiten führt und damit den Zweck der Installation zunichtemacht. Die Übergabe zwischen einer Picocell und dem Makrozellennetz führt manchmal zu kurzen Unterbrechungen; moderne Ausrüstung verkürzt diese Verzögerung, kann sie aber nicht völlig ausschließen. Interferenzen von schnurlosen Telefonen, WLAN-Ausrüstung und benachbarten Picocells können die Leistung ebenfalls beeinträchtigen, wenn die Frequenzplanung unzureichend ist.
Der Begriff "pico" leitet sich vom SI-Präfix ab, das eine Billionstel bedeutet, und spiegelt wider, wie klein die Abdeckungsfläche im Vergleich zu Makrozellen ist. Picocells unterscheiden sich von WLAN-Lösungen dadurch, dass sie sich über das Standard-Mobilfunknetz authentifizieren und lizenziertes Spektrum nutzen, während WLAN-Offload-Systeme den Datenverkehr in ein unlizenziertes Frequenzband übergeben. Bei Eisenbahnen, Krankenhäusern und unterirdischen Nahverkehrssystemen bleiben Picocells das Standardwerkzeug zur Bereitstellung nahtloser Mobilfunkversorgung, wo herkömmliche Funkmasten versagen.