Out-of-Band-Signalisierung
Englisch: out-of-band signaling
Eine Übertragungstechnik, bei der die Signalisierung vom übertragenen Daten getrennt ist, wobei ein oder mehrere Kanäle für Daten oder Sprachübertragung und ein separater Kanal für Signalisierungsfunktionen verwendet werden.
Out-of-Band-Signalisierung: Steuerbefehle über separate Leitungen als die Daten
Out-of-Band-Signalisierung ist das Verfahren, Steuerbefehle über einen dedizierten Kanal zu leiten, der unabhängig von den Haupt-Daten- oder Sprachkanälen läuft. In einem Telefonnetz beispielsweise wird das Sprachgespräch über eine Leitung übertragen, während die Steuerbefehle (Wählen, Verbindungsaufbau, Trennbefehle) über einen völlig eigenen Weg laufen. Diese Architektur trennt den Mechanismus für die Gesprächsübertragung vom Mechanismus für deren Aufbau und Verwaltung.
Die klassische Umsetzung ist Common Channel Signaling (CCS), bei dem ein schneller Signalisierungskanal mehrere Sprachleitungen bedient. Im älteren öffentlichen Telefonnetz (PSTN) nutzte Signaling System 7 (SS7) dedizierte Signalisierungsleitungen mit 56 Kilobit pro Sekunde oder höher, um Leitungsweiterleitung, Abrechnung und Schaltnetzbefehle über ganze Telefonvermittlungen hinweg zu steuern. Die Sprachleitungen selbst bekamen von diesen Steuerbefehlen im Parallelsignalisierungsnetz nichts mit.
In-Band versus Out-of-Band
In-Band-Signalisierung nutzt dagegen Töne und Impulse, die im selben Kanal wie Sprache oder Daten übertragen werden. Wählimpulse von Wählscheiben und frühe Mehrfrequenztöne (MF) sind In-Band-Beispiele: sie teilen sich den Sprachweg, was die Geschwindigkeit begrenzt und eine Unterbrechung des Sprachwegs erfordert. Out-of-Band-Signalisierung vermeidet diesen Mehraufwand und ermöglicht durchgehende Signalisierung, ohne das Gespräch oder die Daten zu stören.
Moderne Systeme arbeiten immer noch nach Out-of-Band-Prinzipien. Internettelefonie nutzt Session Initiation Protocol (SIP) oder H.323-Signalisierung über IP-Netze, getrennt von den Real-time Transport Protocol (RTP)-Audioströmen. Mobilfunknetze verwenden dedizierte Steuerleitungen (DCCH im GSM), um Handoffs, Leistungsregelung und Verbindungsaufbau zu handhaben, während Verkehrsleitungen die tatsächliche Sprachinformation übertragen. Diese Trennung verbessert die Zuverlässigkeit, da ein Signalisierungsausfallkein aktives Gespräch sofort beschädigt.
Der Preis dafür ist Komplexität: Out-of-Band-Systeme brauchen parallele Infrastruktur, sorgfältige Synchronisation und robuste Fehlererkennung. Wenn die Signalisierungsleitung ausfällt, während Datenleitungen noch aktiv sind, können Gespräche weitergehen, lassen sich aber nicht verwalten, weiterleiten oder beenden. Netzbetreiber müssen Signalisierungskapazität unabhängig bereitstellen und überwachen, weshalb alte Telefonnetze neben den Sprachleitungen separate Signalisierungsnetze unterhalten mussten.