zellular
Englisch: cellular
Mit Zellen arbeitend, lokale Gruppen von Geräten, die einen Transceiver gemeinsam nutzen.
Mobilfunk: Netzwerk mit Zellen als kleine Funkzonen
In der Elektrotechnik und Telekommunikation bezeichnet Mobilfunk eine Netzwerkstruktur, bei der ein geografisches Gebiet in kleine Regionen unterteilt wird. Jede Region wird von ihrem eigenen Funksendesystem und einer Basisstation versorgt. Ein mobiles Gerät, das sich durch diese Regionen bewegt, wechselt seine Verbindung von einem Sender zum nächsten, ohne den Dienst zu unterbrechen. Der Begriff stammt vom wabenähnlichen Muster dieser Funkzonen auf einer Karte, die biologischen Zellen ähneln.
Der Mobilfunk löste ein grundlegendes Problem der mobilen Funktechnik: die Mehrfachnutzung von Frequenzen. Frühe Mobilfunksysteme setzten einen einzelnen, starken Sender ein, der eine ganze Stadt versorgte. Das limitierte die Anzahl gleichzeitiger Verbindungen stark. Durch die Aufteilung des Gebietes in Zellen von typischerweise 1 bis 20 Kilometern Durchmesser (je nach Gelände und Systemauslegung) können dieselben Funkfrequenzen in nicht benachbarten Zellen ohne gegenseitige Störung verwendet werden. Diese Kapazitätssteigerung war für praktische Mobilfunknetze unverzichtbar.
Der Zellenwechsel ist das technische Herzstück des Mobilfunks. Wenn ein Benutzer sich bewegt, nimmt die Signalstärke von der versorgenden Basisstation ab, während die Signalstärke von einer benachbarten Station zunimmt. Das Netz überwacht diese Messwerte und schaltet das Gespräch zur neuen Zelle über, bevor die ursprüngliche Verbindung abbricht. Frühe analoge Systeme erforderten sorgfältige Abstimmung, um Gesprächsabbrüche zu vermeiden. Moderne digitale Systeme handhaben Zellenwechsel zuverlässiger und können auch zwischen Zellen verschiedener Netzbetreiber bei Roaming erfolgen.
Varianten und Frequenzbänder
Verschiedene Mobilfunkgenerationen nutzen unterschiedliche Frequenzzuteilungen und Technologien. Systeme der zweiten Generation wie GSM arbeiten in Europa und Asien um 900 MHz und 1800 MHz. Systeme der dritten Generation (3G) wie UMTS nutzen zusätzlich Bänder über 2 GHz. LTE-Systeme der vierten Generation belegen je nach Region und Betreiber 800 MHz bis 2,6 GHz. 5G-Systeme der fünften Generation nutzen Millimeterwellenbänder um 28 GHz und 73 GHz, die aufgrund des höheren Pfaddämpfung viel kleinere Zellen erfordern.Größe und Anordnung der Zellen hängen von der Nachfragedichte und dem Gelände ab. Städtische Gebiete verwenden kleine Zellen (Mikrozellen, Pikazellen) mit einem Abstand von mehreren hundert Metern, um die Verkehrsbelastung zu bewältigen. Ländliche Gebiete nutzen größere Makrozellen mit mehreren Kilometern Abstand, wo der Verkehr schwächer ist. Hügel und Gebäude erzeugen Schattenzonen, die zusätzliche Zellen zum Füllen von Lücken erfordern. Netzplaner nutzen Ausbreitungsmodelle basierend auf Frequenz, Antennenhöhe und Geländetyp, um die Funkversorgung vorherzusagen und Zellenlayouts entsprechend auszulegen.
Störungen und Kapazität bleiben zentrale Herausforderungen. Auch bei Frequenzwiederverwendung können Störungen zwischen benachbarten Kanälen die Signalqualität verschlechtern, wenn Zellen zu nah beieinander liegen. Moderne Systeme nutzen fortgeschrittene Modulation, Fehlerkorrektur und Störungsunterdrückung, um engere Frequenzwiederverwendungsmuster zu tolerieren. Das Wachstum des Datenverkehrs hat zu einer Verdichtung geführt: Betreiber bauen kleine Zellen aus, nutzen Trägeraggregation und Vollduplextechniken, um mehr Kapazität aus begrenztem Spektrum zu gewinnen.