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Landtechnik

Rindenpfropfung

Englisch: rind grafting

Verfahren zum Verbinden eines kleinen Edelreises mit dem Ende eines dickeren Unterlageholzes, indem das Edelreis unter die angehobene Rinde eingeschoben wird.

Rindenpfropfung: Rindenspaltung zum Verbinden dicker Unterlagen

Die Rindenpfropfung, auch Rindenspalter genannt, ist ein Verfahren zum Verbinden eines dünnen Edelreises (Trieb oder Knospenholz) mit einer wesentlich dickeren Unterlage durch Einschieben des Edelreises unter die abgelöste Rinde der Unterlage. Das Verfahren funktioniert, weil sich die Rinde während des Frühjahrssaftflusses sauber vom Holz ablöst und Platz für das Edelreis zwischen Rinde und Kambium schafft. Dies unterscheidet sich von der Kopulage oder dem Spaltpfropfen, die übereinstimmende Durchmesser erfordern. Die Rindenpfropfung bewältigt Fälle, in denen die Unterlage erheblich dicker ist, oft 2 bis 4 mal so dick wie das Edelreis.

Das Verfahren umfasst einen senkrechten Schnitt durch die Rinde der Unterlage, normalerweise 1 bis 2 Zoll lang, dann werden die Rindenkanten zurückgeklappt, um das Holz freizulegen. Das Edelreis, an der Basis keilförmig oder gefiedert geschnitten, wird in diese Tasche eingesetzt. Die Rinde wird dann zurückgedrückt und mit Pfropfwachs, Tuchreifen oder Wachs gesichert, um das Edelreis an Ort und Stelle zu halten und Luft und Krankheiten auszuschließen. Der Erfolg hängt vollständig vom Zeitpunkt ab: Die Unterlage muss aktiv wachsen, damit ihre Rinde leicht abhebt, üblicherweise 2 bis 4 Wochen nach Beginn des Frühjahrswachstums in gemäßigten Klimazonen.

Die Rindenpfropfung ist in der Baumschularbeit beliebt zum Bankpfropfen schlafender Edelreiser auf geschnittene Unterlagen in Innenräumen während des Spätwinters und beim Feldpfropfen etablierter Bäume, bei denen ein dicker Ast oder Stamm umgearbeitet werden muss. Die Unterlage wird oft auf eine waagrechte Fläche zurückgeschnitten, um mehrere Edelreiser um ihren Umfang herum aufzunehmen und so eine Mehrfachveredlung auf einer einzigen dicken Basis zu schaffen. Walnuss, Kastanie, Apfel und Birne sind häufige Objekte, obwohl das Verfahren überall anwendbar ist, wo das Oberholz eines dicken Stammes umgearbeitet werden muss.

Anfälligkeit und Ausheilung

Die Hauptschwäche von Rindenpfropfungen ist mechanische Zerbrechlichkeit während der ersten Wachstumsperiode. Das Edelreis sitzt unter Rinde, die sich mit neuem Holz verbinden muss; solange die Kambiumzellen nicht vereinigt sind und Kallustgewebe die Lücke überbrückt hat, können ein plötzlicher Wind oder Astbruch die Veredlung sauber abreißen. Das Edelreis hat auch bis zur Kambiumvereinigung keinen direkten vaskulären Kontakt mit der Unterlage, daher verlässt es sich auf gespeicherte Reserven und Sauerstoffdiffusion durch die Rinde. Hohe Feuchte und Wärme beschleunigen die Heilung, fördern aber auch Pilzbesiedelung der frisch geschnittenen Flächen, wenn die Veredlungsabdichtung mangelhaft ist.

Der Name spiegelt die wörtliche Anatomie wider: Die Rinde ist die Borke und das äußere Holz, und die Veredlung funktioniert durch Einschieben von Gewebe darunter. Anders als beim Spaltzpfropfen (das Holz spaltet) oder beim Kronenpfropfen (das auf dünneren Unterlagen funktioniert), nutzt die Rindenpfropfung die jahreszeitliche Lockerheit der Rinde, um tiefe Schnitte in die Unterlage selbst zu vermeiden und Schäden und Ausfallrisiken durch Holzstress zu verringern. Das Verfahren wird seit Jahrhunderten verwendet und bleibt praktisch überall dort, wo dicke Unterlagen und dünne Edelreiser die Norm sind.

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