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Bauwesen

Überdecken

Englisch: oversheet

Ein Dach mit Verkleidung überziehen.

Überdeckung: Dacheindeckung über bestehendem Material

Überdeckung bedeutet, eine neue Wetterschutzschicht über einem vorhandenen Dach zu verlegen, ohne die alte zu entfernen. In der Regel werden neue Bleche aus Metall, Asphalt oder Kunststoff über die aktuelle Dachfläche befestigt und bilden so eine zweite Hülle, die Witterungslasten aufnimmt und die Dachlebensdauer je nach Materialwahl und Klimabelastung um 20 bis 30 Jahre verlängert.

Der Prozess beginnt damit, dass das alte Dach weitgehend an Ort und Stelle bleibt. Dachdecker befestigen die neuen Bleche mit Befestigungsmitteln, die beide Schichten bis zur darunter liegenden Tragkonstruktion durchdringen, oder manchmal in die alte Dachfläche selbst, wenn diese tragfähig ist. Metallüberdeckungen verwenden häufig stehende Falze oder wellprofile; Asphalt nutzt gerollte Bahnen, die mit Klebstoff und mechanischen Befestigungsmitteln gesichert werden; Kunststoffmaterialien wie glasfaserverstärkte Polyester oder Betonziegel sind schwerer und erfordern stabilere Tragwerk. Membransysteme werden auf diese Weise ebenfalls aufgebracht, besonders über älteren Bitumendächern.

Überdeckung unterscheidet sich von einer vollständigen Entfernung in Kosten und Störung. Sie spart Arbeit und Deponiegebühren, aber erhöht das Gewicht der Konstruktion. Statiker müssen prüfen, ob Träger, Säulen und Fundamente die zusätzliche Last tragen können; bei älteren Gebäuden oder solchen mit leichtem Tragwerk kann eine Entfernung nötig sein. Schlechte Haftung zwischen den Schichten, Feuchteeinschluss und Korrosion an Befestigungen sind häufige Ausfallursachen. Belüftung zwischen alter und neuer Schicht ist in kalten Klimazonen entscheidend, um Kondensation und Fäulnis in Holzdecken zu vermeiden.

Wo die Überdeckung im Handwerk steht

Überdeckung wird bevorzugt bei Instandhaltung von Industrie- und Landwirtschaftsgebäuden, Lagerhallen und einigen Wohnbauwerken, wo minimale Ausfallzeiten erforderlich sind. Sie ist seltener bei steildächigen Wohngebäuden, wo Entfernung Standard ist. Bauvorschriften in Erdbebenzonen schränken Überdeckung auf älteren Gebäuden oft ein, und die Windlasttragfähigkeit des Befestigungsmusters muss gegen örtliche Auslegungswindgeschwindigkeiten überprüft werden. Versicherungs- und Gewährleistungsaspekte sind sehr unterschiedlich.

Der Begriff entspricht der wörtlichen Handlung: Blech über Blech verlegt. In britischem und Commonwealth-Englisch wird die Praxis manchmal 'Re-Roofing' oder 'Roof Overlay' genannt; in Nordamerika sind 'Reroofing Over' oder einfach 'Overlay' gebräuchlich. Die Unterscheidung ist wichtig für Planer und Kalkulatoren, da Material, Arbeitsstunden und statische Arbeiten erheblich von vollständiger Entfernung und Neubau abweichen.

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