Pacific
Dampflokomotive mit der Achsformel 4-6-2.
Pacific: der Schlepptender-Dampflokomotivtyp 4-6-2
Eine Pacific ist eine Dampflokomotive mit der Achsfolge 4-6-2, das heißt vier Laufradsätze in zwei Achsen, sechs Treibradsätze in drei Achsen und zwei Nachläufer in einer Achse. Diese Anordnung entstand in den frühen 1900er Jahren, als Eisenbahnen Maschinen brauchten, die Personenzüge mit gleichmäßiger Geschwindigkeit fahren konnten und dabei ausreichend Haftwerte und Zugkraft aufbrachten. Der Typ wurde zum Standard für Schnellzugdienste in Nordamerika, Europa und darüber hinaus.
Der führende Drehgestell mit vier Rädern verbesserte die Stabilität und Führung in Kurven gegenüber älteren 2-6-2-Mikado-Typen. Der Nachläuferdrehgestell ermöglichte es, den Feuerraum hinter den Treibrädern zu verlängern, was eine größere Rostfläche und bessere Dampferzeugungsleistung ermöglichte. Diese Geometrie war ideal für Strecken mit gleichmäßiger Hochgeschwindigkeit und mäßigen Steigungen. Typische Pacifics wogen 80 bis 140 Tonnen und konnten je nach Dampfkesseldruck und Zylindergröße Zugkräfte von 30.000 bis 50.000 Pfund entwickeln.
Der Name stammte von der ersten Serienklasse, dem Pacific-Typ, den die Neuseeländischen Eisenbahnen auf der Hauptstrecke Wellington-Auckland einführten. Amerikanische Hersteller wie Lima, Baldwin und American Locomotive Company bauten Tausende von Varianten. Britische Eisenbahnen bevorzugten etwas andere Proportionen, besonders bemerkenswert die Castle-Klasse der Great Western. Sowjetische und japanische Eisenbahnen entwickelten eigene Pacific-Konstruktionen, die für die lokale Brennstoffqualität und Wartungsbedingungen optimiert waren.
Leistung und Einsatz
Pacifics beherrschten den Personenverkehr von den 1920er bis 1950er Jahren. Sie konnten ohne die mechanische Komplexität größerer Typen Geschwindigkeiten von 80 bis 100 Meilen pro Stunde über größere Entfernungen halten. Wasser- und Kohleverbauch blieben beherrschbar, und die Lokomotivführer schätzten ihr reaktionsfreudiges Fahrverhalten. Auf Strecken mit engen Kurven oder starken Steigungen wählten Eisenbahnen oft Pacifics statt größerer Hudson- oder Northern-Typen, die schwerer auf den Schienen zu halten waren.
Die Hauptschwäche der Pacific war die begrenzte Leistung für schnelle Güterzüge auf stark geneigten Strecken. Manche Eisenbahnen rüsteten sie mit Antriebsverstärkungsmaschinen am Nachläuferdrehgestell aus, um die Zugkraft zu erhöhen. Andere verwendeten sie im Mischverkehr, tagsüber mit leichteren Schnellzügen und nachts mit schnellerem Güterzugverkehr. Mit dem Aufkommen von Diesellokomotiven in den 1940er und 1950er Jahren wurden Pacific-Bestände schnell überaltet. Die meisten wurden bis 1970 verschrottet, obwohl einige erhaltene Exemplare noch auf Museumsbahnen fahren.