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Textiltechnik

Pamela-Hut

Englisch: Pamela hat

Ein Strohhut oder eine Haube, die von 1790 bis 1870 beliebt war.

Pamela-Hut: eine flach gewölbte Haube, die eine Ära prägte

Ein Pamela-Hut ist eine flach gewölbte Haube aus dicht gewebtem Stroh, typischerweise mit einer breiten Krempe, die nach vorne über Gesicht und Nacken hinausragt. Die Krone sitzt flach oder leicht gerundet und überschreitet selten eine Höhe von 5 bis 8 cm. Die Krempe, oft 8 bis 13 cm tief, war häufig mit Baumwolle oder Leinen gefüttert und mit Bändern, Federn oder künstlichen Blüten verziert. Der Hut wurde mit einer Zugschnur oder Bändern befestigt, die unterm Kinn zusammengezogen wurden, was ihn trotz seines zarten Erscheinungsbildes praktisch für den Außenbereich machte.

Der Hutname stammt von einer Figur aus Henry Fieldings Roman Die Abenteuer des Joseph Andrews von 1751, doch der Stil selbst wurde etwa 40 Jahre später dominant in der Frauenmode. Textilhersteller und Hutmacher produzierten Pamela-Hüte im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert in enormen Mengen, besonders in Großbritannien, Frankreich und später in Nordamerika. Die Herstellung erforderte geschicktes Handweben oder Flechten von Strohhüten, gefolgt vom Blockieren in die flache Kronform und dem Abschluss mit Verzierungen und Futterarbeit.

Varianten spiegelten regionale Praktiken und soziale Schicht wider. Es gab feine Weizenstrohhüte, Chipstrohhüte (aus Holzspänen hergestellt) und sogar Varianten aus Seidenborte. Rustikale Beispiele verwendeten gröbere Materialien, wohlhabende Kundinnen erhielten Hüte aus feinstem toskanischem oder Leghorn-Stroh. Manche hatten nur eine vorragende Vorderkrempe, andere ein volles rundes Krempenband. Das Futtermaterial und die Qualität der Verzierungen unterschieden teure Hutmacherei von alltäglichen Hauben, die auf Märkten und in Läden verkauft wurden.

Herstellungsprobleme und Niedergang

Die Strohhuthersteller waren auf konsistentes Wetter zum Trocknen und Bleichen der Rohmaterialien angewiesen. Feuchtigkeit verursachte Schimmel, übermäßige Hitze machte Stroh brüchig. Der Blockierungsprozess erforderte Holzformen in der flachen Form, und die flache Krone machte den Hut strukturell anfälliger als Hauben mit tieferen Kronen. Hutmacherinnen litten häufig unter wiederholten Belastungsverletzungen in Fingern und Handgelenken durch Feinarbeiten. Ab den 1860er Jahren sank die Popularität des Pamela-Huts, da sich die Mode zu größeren, aufwendiger verzierten Hauben mit volleren Kronen und hochstehenden Straußenfedern verschob.

Der Pamela-Hut war eine Brücke zwischen den einfachen Hatuben des 18. Jahrhunderts und den industriellen Produktionsmethoden, die nach 1850 die Hutmacherei dominierten. Seine flache Konstruktion eignete sich nicht für die immer aufwendigeren Verzierungen, die die viktorianische Mode forderte, und die Mechanisierung des Strohblockierens verdrängte schließlich handwerkliche Methoden. Heute überlebt der Pamela-Hut hauptsächlich als historischer Bezugspunkt in Kostüm- und Textilsammlungen und markiert den Moment, als die Hutproduktion von lokaler Handwerksarbeit in die fabrikmäßige Herstellung überging.

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