Trasse
Englisch: path
Ein Zeitfenster zur Zuweisung für einen Eisenbahnzug auf einer bestimmten Strecke zwischen anderen Zügen.
Trasse: ein zeitlich festgelegter Fahrtslot für einen Zug zwischen anderen
Eine Trasse ist ein spezifisches Zeitfenster und Streckensegment, das für einen einzelnen Zug reserviert ist, um zwischen zwei Punkten im Eisenbahnnetz zu verkehren. Sie stellt den physischen und zeitlichen Raum dar, der diesem Zug zur Verfügung gestellt wird und durch die Bewegungen der Züge davor und dahinter begrenzt ist. Ohne Trassen würden Züge kollidieren; das Trassensystem ist die Methode, mit der Eisenbahnbetreiber die Kapazität verwalten und Konflikte auf gemeinsamer Infrastruktur vermeiden.
Trassen werden durch mehrere Faktoren definiert: die Route selbst (welche Linie oder welche Linien der Zug nutzen wird), die Fahrtrichtung, das Zeitfenster (Abfahrtszeit und erwartete Ankunftszeit am Ziel) und betriebliche Einschränkungen wie Geschwindigkeit, Haltmuster und Priorität. Eine einzelne Trasse kann sich über 50 Kilometer oder 500 Kilometer erstrecken, je nach betrieblicher Geografie. Die Trassenzuteilung wird typischerweise von einem unabhängigen Infrastrukturmanager vorgenommen, der die verfügbare Kapazität nach veröffentlichten Regeln unter Eisenbahnverkehrsunternehmen aufteilt.
Kapazität, Konflikte und Zuteilung
Die Anzahl der verfügbaren Trassen auf einer bestimmten Route ist begrenzt. Sie hängt von der Gleisanlage, den Signalsystemen, den Aufenthaltszeiten im Bahnhof und den Sicherheitsabständen (die Mindestzeit zwischen aufeinanderfolgenden Zügen) ab. Ein eingleisiger Streckenabschnitt könnte 12 Trassen pro Tag in einer Richtung aufnehmen; eine viergleisige Strecke könnte 60 oder mehr unterstützen. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, werden Trassen zu einer umstrittenen Ressource, besonders in Spitzenlastzeiten und auf Hauptstrecken.
Trassenkonflikte entstehen, wenn angeforderte Trassen überlappen oder wenn sich der Fahrplan eines Betreibers mit dem eines anderen überschneidet. Die Lösung erfordert Verhandlungen, Prioritätsregeln (Personenverkehrsleistungen haben häufig einen höheren Rang als Güterverkehr) und manchmal die Ablehnung der Anfrage. Spitzenlastverkehr an großen Knotenpunkten kann Trassenfindung zu einem komplexen kombinatorischen Problem machen; größere Betreiber unterhalten dedizierte Planungsteams, um hochwertige Trassen zu sichern.
Der Begriff 'Trasse' wird in europäischen Eisenbahnsystemen und darüber hinaus verwendet, obwohl einige ältere oder vollständig vertikal integrierte Netze unterschiedliche Terminologie nutzen. In Nordamerika, wo die Eisenbahn überwiegend güterverkehrsorientiert ist und Betreiber häufig ihre eigenen Gleise besitzen, existiert das Konzept, wird aber weniger formalisiert. Der Trassenrahmen hat an Bedeutung gewonnen, da die Netzbelastung gestiegen ist und die behördliche Trennung zwischen Infrastruktur und Betrieb sich verbreitert hat.