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Bergbau und Gewinnung

phanitisch

Englisch: phaneritic

Bezüglich von Phaneriten, magmatischen Gesteinen aus makroskopischen Mineralkristallen, deren Körnung mit dem bloßen Auge erkennbar ist.

Phaneritisch: Eruptivgestein, bei dem man Kristalle sehen kann

Ein phaneritisches Gestein ist ein Eruptivgestein, bei dem einzelne Mineralkristalle groß genug sind, um mit bloßem Auge erkannt zu werden, typischerweise 1 Millimeter oder größer. Der Begriff bezieht sich auf jedes Eruptivgestein, das langsam genug in der Tiefe oder in mächtigen Lavaströmen erstarrt ist, sodass Mineralkörner Zeit hatten, zu sichtbarer Größe heranzuwachsen. Granit, Gabbro und Diorit sind häufige phaneritische Gesteine, die in Bergbauprojekten und Steinbrüchen anzutreffen sind.

Das Gegenteil ist phaneritisches Gestein, bei dem Kristalle so fein sind, dass sie ohne Vergrößerung nicht zu erkennen sind. Der Unterschied liegt in der Abkühlungsgeschwindigkeit. Magma, das in der Tiefe einer Magmakammer erstarrt, kühlt über Tausende oder Millionen von Jahren ab und ermöglicht es Atomen, zu wandern und große Kristalle zu bilden. Magma, das an der Oberfläche austritt, kühlt in Stunden oder Tagen ab und gefriert, bevor Kristalle wachsen können. Manche Gesteine sind porphyrisch, eine Mischform mit großen sichtbaren Kristallen und einer feinkristallinen Matrix, was auf unterbrochenes Abkühlen hindeutet.

Bestimmung und Gewinnungswert

Die große Kristallgröße in phaneritischen Gesteinen macht sie im Gelände leicht zu bestimmen. Ein Steinbrucharbeiter kann eine frische Gesteinsfläche untersuchen und Feldspat, Quarz und dunkle Minerale ohne Lupe erkennen. Diese Sichtbarkeit bedeutet auch, dass phaneritische Gesteine häufig entlang von Kristallgrenzen brechen, was beeinflussen kann, wie ein Stein spaltet und ob er sich für Naturwerkstein oder Zuschlag eignet. Granitlagerstätten sind phaneritisch und fest, erzielen Premiumpreise für Bauzwecke und Grabsteine genau deshalb, weil die sichtbare kristalline Textur geschätzt wird und vorhersehbar ist.

Im Bergbau beeinflusst phaneritische Textur die Aufbereitung. Große Kristalle bedeuten größere befreite Partikel, die beim Zerkleinern freigegeben werden, was die Trennung von Mineralen durch Schwerkraft oder Flotationsverfahren vereinfachen kann. Umgekehrt können sehr grobe pegmatitische Phasen, eine Extremvariante phaneritischer Textur mit zentimetergroßen Kristallen, mehrstufiges Zerkleinern erfordern, um Übermahlung feiner Bestandteile während der Freisetzung von Zielmi­neralen zu vermeiden.

Der Begriff stammt vom griechischen Wort phaneros, das sichtbar oder offensichtlich bedeutet. Er wurde im 19. Jahrhundert in der Petrografie formalisiert, um Gesteine nach visueller Textur unter standardisierter Vergrößerung und Beobachtung zu klassifizieren. Heute ist phaneritisch der Texturstandard für Handstücke und Kernaufzeichnungen und ermöglicht schnelle Sortierung vor Laboranalysen.

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