Krausenkragen
Englisch: pie crust collar
Hoher Kragen mit gleichmäßiger Rüsche in Form einer gefältelten Tortenrandverzierung.
Pie-Crust-Kragen: ein hochstehender Kragen mit gleichmäßigen Volants
Ein Pie-Crust-Kragen ist ein hoher, steifer Kragen, der aufrecht vom Halsausschnitt absteht und an seiner Außenkante einen durchgehenden Volant mit regelmäßigen, gleichmäßigen Falten aufweist. Die Falten bilden kleine, gleichmäßig verteilte Spitzen und Täler, die der gekräuselten Kante einer Obsttorte ähneln, was dem Kragen sowohl seinen Namen als auch sein charakteristisches Aussehen verleiht. Dieser Kragenstil wurde mit Schichten aus Stoffen, Stärke und sorgfältigen Presstechniken hergestellt, um die gefältelte Form zu halten.
Der Kragen erforderte in der Textilproduktion erhebliche handwerkliche Veredelung. Hersteller würden die Außenkante des Kragens in kleine, präzise Falten legen und dann schwere Stärke oder Appretur auftragen, um die Form dauerhaft zu fixieren. Nach dem Trocknen und Pressen unter Hitze behielten die Falten ihre Form durch Tragebelastung und Wäsche, obwohl der Kragen regelmäßig erneut gestärkt werden musste, um sein knackiges Aussehen zu bewahren. Der gleichmäßige Abstand der Falten war für den visuellen Eindruck des Kragens entscheidend und kennzeichnete hochwertige Arbeit.
Pie-Crust-Kragen erschienen am häufigsten in der Damensmode des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, besonders bei Blusen und Alltagskleidern. Sie erforderten sorgfältige Handhabung sowohl bei der Herstellung als auch beim Tragen, da die gestärkten Falten brechen oder sich ungleichmäßig kräuseln konnten, wenn der Kragen unsachgemäß gefaltet wurde. Der Kragen war aufwändig in der Herstellung, weshalb Kleidungsstücke mit diesem Kragen relativ teuer waren und sie als formale oder hochwertige Gegenstände positionierten.
Die gefältelte Kante unterschied diesen Kragen von einfacheren hochstehenden Kragen oder Volantskragen mit unregelmäßigen Faltenwürfen. Die Gleichmäßigkeit der Falten erforderte Präzision beim Markieren des Musters und beim Falten von Hand, und die Qualitätskontrolle konzentrierte sich auf die Konsistenz von Breite und Tiefe über alle Falten hinweg. Schlecht ausgeführte Varianten zeigten ungleichmäßige Abstände oder Falten unterschiedlicher Größe, was sofort sichtbar war und minderwertige Arbeit kennzeichnete.