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Textiltechnik

Saumbund

Englisch: felled seam

Naht, bei der eine Kante in eine Faltkante des Stoffes gelegt und dann die Falte festgenäht wird; die Falte umhüllt die Schnittkanten und schützt sie vor Ausfransen, kann zusätzlich durch Steppnaht oder Peitschnaht gesichert sein.

Doppelnaht: Rohkanten in einer Falte verborgen und dann genäht

Eine Doppelnaht ist eine Nahtverarbeitung, bei der eine Stoffkante umgefaltet wird und die andere Kante umhüllt, dann wird sie an Ort und Stelle genäht. Das Ergebnis ist eine Naht ohne sichtbare Rohkanten auf beiden Seiten des Kleidungsstücks. Dies wird erreicht, indem man eine Nahtzugabe flach gegen den Kleidungskörper legt, die gegenüberliegende Nahtzugabe über sie faltet und dann durch alle Schichten näht, um die Falte zu sichern. Das Endergebnis ist eine sichtbare Nahtlinie auf einer Seite des Stoffs, auf der Rückseite eine saubere Falte.

Doppelnähte sind in der Arbeitskleidung, Segeltuch und Denim verbreitet, weil sie dem Ausfransen widerstehen und wiederholtes Waschen und mechanische Belastung vertragen. Die Verarbeitung nutzt typischerweise Nahtzugaben zwischen 9,5 und 16 mm Breite. Zunächst werden die beiden Stoffstücke mit einer normalen Naht zusammengenäht, dann wird eine Zugabe auf halbe Breite gekürzt. Die ungekürzte Zugabe wird umgefaltet, um die gekürzte Kante einzuhüllen, flach gepresst und dann erneut genäht, üblicherweise 3 bis 5 mm von der Falte entfernt. Manche Betriebe nutzen eine Einfach-Doppelnaht-Maschine, die in einem Arbeitsgang faltet und näht, andere führen die Arbeit in zwei getrennten Stufen durch.

Varianten und Anwendungen

Die Doppel-Doppelnaht, verwendet in Jeans und schweren Baumwollwaren, faltet die Nahtzugabe zweimal: einmal zum Umhüllen der Rohkanten, dann nochmal zum Erstellen eines sauberen Pakets auf der Innenseite des Kleidungsstücks. Einfache Doppelnähte sind schneller und werden verwendet, wo nur eine Seite Schutz benötigt, zum Beispiel auf der Innenseite von Bundkanten oder Futter. Flache Doppelnähte, häufig in der Hemdverarbeitung, erzeugen ein symmetrisches Aussehen, bei dem die Falte von beiden Seiten sichtbar ist und der Kleidungskörper sehr flach liegt. Die Technik wird auch manchmal Flachnaht genannt.

Spannung und Fadenauswahl sind bedeutsam. Die Naht, die die Falte sichert, muss straff genug sein, um zu verhindern, dass sich die Falte beim Tragen oder Waschen hebt oder rollt, aber nicht so straff, dass sie zu Kräuseln führt. Leichte Stoffe können 60er oder 70er Faden verwenden, schwere Denims nutzen 40er oder schwerer. Wenn die Falte zu weit weg von der Kante genäht wird, können sich Falten darunter bilden. Wird sie zu dicht genäht, kann der Faden in die Stoffkante schneiden und die Naht versagen.

Der Name Doppelnaht kommt von einem alten Textilbegriff, der bedeutet zu falten oder zu überlagern. In der traditionellen Schneiderei war das handwerkliche Doppelnähen Präzisionsarbeit, und die Naht bleibt ein Kennzeichen hochwertiger Verarbeitung. Moderne Doppelnaht-Maschinen können 3.000 bis 5.000 Nähte pro Stunde erzeugen, erfordern aber sorgfältiges Stoffzuführen und Spannungsausgleich. Doppelnähte kosten mehr Zeit und Geld als einfache Flachnähte oder Overlockseams, daher werden sie nur spezifiziert, wenn Haltbarkeit und Aussehen die Investition rechtfertigen.

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