st st
Abkürzung für Stocking Stitch (Stockinette Stitch).
Glattgestrick: das Arbeitspferd der industriellen Strickware
Glattgestrick, abgekürzt GG, ist eine grundlegende Strickstruktur, die durch abwechselnde Reihen von Maschen auf der Vorderseite und Umschlägen auf der Rückseite entsteht. Auf der Vorderseite zeigt sich ein gleichmäßiges Bild aus vertikalen Säulen von ineinander verschlungenen V-Formen. Die Rückseite präsentiert horizontale Noppen. Dieser Wechsel von Maschen- und Umschlagsreihen in der Maschinen- oder Handstrickerei erzeugt ein dichtes, ebenes Gewebe mit minimaler Kräuselung an den Kanten, weshalb es die erste Wahl für nahtlose Kleidung, Strümpfe und Webware wie T-Shirts und Pullover ist.
In der Strumpfproduktion dominiert Glattgestrick, weil es ein Gewebe mit guter Elastizität und Rücksprung in Längs- und Querrichtung erzeugt. Die Struktur ermöglicht eine unkomplizierte Formgebung durch Zunahmen und Abnahmen, was für Sockenfersen, Handschuhjumper und geformte Ärmel entscheidend ist. Maschinell gestricktes GG läuft mit hohen Geschwindigkeiten auf Rundstrick- oder Flachstrickmaschinen, wobei die typische Maschenweite zwischen 10 und 28 Maschen pro Zoll liegt, abhängig von Garnstärke und Verwendungszweck.
Der Name stammt aus der historischen Herkunft: Die Strumpfproduktion des 16. und 17. Jahrhunderts etablierte diese Strickart als Standard für Beinbekleidung, und der Begriff setzte sich mit der Entwicklung der industriellen Strickerei durch. Frühe Strickrahmen-Arbeiter erkannten, dass dieser einfache Wechsel von Vorder- und Rückseite andere Muster in Haltbarkeit und Passform überbot.
Fehler in GG sind leicht zu erkennen, weil die Struktur optisch durchgehend gleichmäßig ist. Fallende Maschen erzeugen sichtbare, senkrecht durch das Gewebe laufende Leitern; lockere Maschen zeigen sich als lose Schleifen; und ungleichmäßige Spannung zwischen Maschen- und Umschlagsreihen führt zu welligem Rand. Die Qualitätskontrolle beruht auf visuelle Überwachung und Griffprüfung, da die ebene Vorderseite Spannungsprobleme sofort sichtbar macht.
Glattgestrick unterscheidet sich von Perlgestrick, bei dem alle Reihen aus Maschen bestehen (auf beiden Seiten höckerig), und von Rippmustern wie 1:1 oder 2:2 Rippe, die Maschen und Umschläge in derselben Reihe abwechseln, um maximale Dehnbarkeit zu erreichen. GG unterscheidet sich auch von Jacquard- oder gemusterten Gestricken, die zusätzliche Farbigkeit oder konstruktive Variation einführen. Für schwere Gewebe, die Struktur ohne Dehnbarkeit benötigen, bauen Doppelgestricke oder Flottgestricke auf dieser Grundlage auf.