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Luftfahrttechnik

POS

Abkürzung für Position and Orientation System.

POS: wo sich das Flugzeug wirklich im Raum befindet

Ein Positions- und Orientierungssystem ist eine Avionik-Hardware, die laufend den Ort und die Fluglage des Flugzeugs erfasst und diese Daten an das Flugmanagementsystem, den Autopiloten und die Trägheitsreferenzanlage weiterleitet. Es integriert Eingaben von mehreren Sensoren, hauptsächlich Trägheitsmesseinheiten (IMUs) und Fahrtmessanlagen, zusammen mit Korrektionen von GPS und Funknavigationshilfen, soweit vorhanden. Das POS gibt in Echtzeit Fluglagewinkel (Roll, Pitch, Yaw), Grundgeschwindigkeit, Kurs, Windvektor und Position in geodätischen und lokalen Koordinatensystemen aus.

Bei großen Transportflugzeugen und Regional-Jets ist das POS typischerweise ein eigenständiges Gerät, das über diskrete Busse oder ARINC-429-Ausgänge kommuniziert. Es arbeitet unabhängig von den Flugsteuerungssystemen, liefert ihnen aber kritische Daten. Kleinere Turboprop- und Kolbenflugzeuge haben möglicherweise kein separates POS, sondern verlassen sich stattdessen auf den Fluglagenanzeiger, Kursanzeiger und die Fahrtmessanlage, die lose koordinieren. Geschäftsflugzeuge integrieren POS-Funktionen meist in eine einheitliche Avionik-Suite, anstatt sie als separate austauschbare Baureihe zu führen.

Das Kernproblem, das POS löst, ist Sensorfusion unter Bewegung. Eine Trägheitsplattform eines Flugzeugs driftet mit der Zeit ab und sammelt dabei Kursfehler und Navigationsfehler. GPS ist unzuverlässig in geschlossenen Räumen, in der Nähe von Gelände und bei Störung oder Mehrwegausbreitung. Fahrtmessungsdaten werden durch Messfehler und die Einbauposition am Rumpf beeinträchtigt. Das POS nutzt Kalman-Filter oder ähnliche statistische Verfahren, um die Eingaben jedes Sensors zu gewichten, Drift zu unterdrücken und die beste Schätzung zu liefern. Moderne hochintegre Systeme samplen mit 64 Hz oder schneller und integrieren redundante IMUs.

Wartungstechniker treffen auf POS-Ausfälle als Navigationsabfall, unstabile Autopiloten-Reaktionen oder Instrumenten-Diskrepanzen. Häufige wartungsgerechte Probleme sind ausgefallene IMU-Beschleunigungsmesser oder Drehratensensoren, die möglicherweise einen Gerätetausch und Reinstallation erfordern; falsche Installation des POS-Gehäuses selbst, die Beschleunigungsmesser-Ausrichtung verzerren und systematische Drift erzeugen kann; und degradierte GPS-Antenne, wodurch das POS Korrektionssignale verliert und in reinen Trägheitsmodus zurückfällt. Fehlersuche erfolgt typischerweise über Bodenausrichtungs-Kontrollen, Vergleichstests zwischen mehreren POS-Einheiten an Bord und zeitliche Ausrichtungs-Kontrolle, um zu bestätigen, dass sich die Kursreferenz nach dem Hochfahren wieder herstellt.

Der Begriff 'Positions- und Orientierungssystem' ist eher funktional als markenspezifisch. Hersteller wie Honeywell, Thales, Collins und L3Harris vermarkten jeweils Varianten unter eigenen Namen, aber die funktionale Definition bleibt konstant. Im militärischen Bereich und bei Rotorflüglern werden ähnliche Systeme oft integrierte Trägheitsnavigationssysteme (IINS) oder Lage- und Kompasskurssysteme (AHRS) genannt, wobei AHRS technisch gesehen eine niedrigere Genauigkeit hat und sich auf eine eigenständige Einheit ohne volle POS-Integration in die Flugmanagement-Architektur bezieht.

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